Schleswig-Holstein öffnet Tourismus und Gastronomie ab 17. Mai weiter

Stand: 05.05.2021 18:46 Uhr

Schleswig-Holstein geht in der Coronakrise weitere Öffnungsschritte in Tourismus und Gastronomie, und zwar ab dem 17. Mai. Auch in Kitas, Schulen sowie bei Sport und Kultur sollen dann Coronabeschränkungen gelockert werden, teilte Ministerpräsident Günther mit.

Konkret soll die Gastronomie ihre Innenbereiche wieder vom 17. Mai an öffnen dürfen. Wie Schleswig--Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Mittwochnachmittag in Kiel mitteilte, gilt diese Regelung für Geimpfte, Genesene und Getestete. Sie alle dürfen dann unter strengen Vorgaben landesweit auch in Beherbergungsbetrieben übernachten. "Vorraussetzung dafür ist, dass die Zahlen weiter stabil bleiben oder sogar sinken", sagte Günther. Sollte in einem Kreis oder einer kreisfreien Stadt die Sieben-Tage-Inzidenz über 100 steigen, dann greift die bundesweite Notbremse. "Aber vor dem Hintergrund zunehmender Impfungen sind wir sehr zuversichtlich, dass wir weder im Tourismus noch im Handel erneut den Rückwärtsgang einlegen müssen", sagte Tourismusminister Bernd Buchholz (FDP).

Negativer Test vor Restaurant-Besuch

Im Gastronomie-Innenbereich dürfen sich maximal fünf Personen aus zwei Haushalten treffen. Wer ein Lokal betreten möchte, der muss einen negativen Test vorlegen, der nicht älter als 24 Stunden sein darf. Kontrolliert und dokumentiert werden muss das von den Betrieben. Und es gilt eine Sperrstunde ab 23 Uhr. In den Regionen mit Sieben-Tage-Inzidenzen unter 100 darf im Norden bereits jetzt die Außengastronomie öffnen.

Regelmäßige Corona-Tests für Touristen

Auch in anderen Bereichen sind Lockerungsschritte geplant. Vom 17. Mai an sind laut Günther auch wieder Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze geöffnet - alles aber unter den strengen Hygieneregeln der touristischen Modellregionen. Wer als Tourist im Norden übernachten will, muss sich demnach alle drei Tage auf Corona testen lassen.

Dehoga-Chef Scholtis: "Betriebe warten händeringend auf diesen Moment"

Erstmal habe er verwundert reagiert, sagt der Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands Schleswig-Holstein (Dehoga), Stefan Scholtis. Man habe ja im Laufe der letzten Wochen gelesen, dass dieser Schritt noch viel länger dauert. Doch, so Scholtis: "Wir begrüßen das vom Grundsatz her", das sei eine gute Nachricht. "Die Öffnung, die seit sieben Monaten händeringend von den Betrieben erwartet wird, ist ob unserer niedrigen Zahlen folgerichtig und nur logisch", so Scholtis. Auch wenn es den Unsicherheitsfaktor der steigenden Inzidenzen gebe, würden die Betriebe den Strohhalm greifen und nicht weiter abwarten, wie es manche Cafés und Restaurants bei der Öffnung der Außengastronomie getan hatten, ist sich der Dehoga-Geschäftsführer sicher. Dazu seien sie zu lange geschlossen gewesen.

Auch die IHK Schleswig-Holstein begrüßt die geplanten Öffnungsschritte. Dieser Schritt sei nachvollziehbar und auch verhältnismäßig. "Die ersten touristischen Modellregionen bei uns im Land haben eindrucksvoll bewiesen, wie Öffnungen im Tourismus sicher und kontrolliert möglich sind. In den Regionen sind die Infektionszahlen teilweise sogar deutlich zurückgegangen", sagte IHK-Präsidentin Friederike C. Kühn.

Kitas und Schulen jetzt nach Bundesregel

Für Kitas und Schulen passt Schleswig-Holstein die Regeln zum 17. Mai an das Bundesgesetz an, wie der Ministerpräsident ankündigte. Bei einer Inzidenz zwischen 100 und 164 gilt dann der Wechselbetrieb in den Schulen und der eingeschränkte Regelbetrieb in den Kitas. In der Kultur sollen weitere Modellprojekte zugelassen werden.

Treffpunkte für Jugendliche

Kinder und Jugendliche sollen vom 17. Mai an mehr Freiheiten bekommen. "Wir wissen, wie hoch das Bedürfnis ist, Entlastung zu schaffen, und gerade für Kinder und Jugendliche Treffpunkte wieder zu schaffen und auch Bewegungsmöglichkeiten miteinander", sagte Finanzministerin Monika Heinold (Grüne). Treffen mit bis zu zehn Personen drinnen und draußen seien bisher nur im Bereich der Jugendhilfe möglich gewesen. Das soll nun für die gesamt Jugend- und Vereinsarbeit gelten. Draußen sollen sich in festen Gruppen bis zu 20 Kinder treffen dürfen. Im Bereich des Sports sehen die Erleichterungen unter anderem vor, dass für Gruppen mit maximal 20 Jugendlichen bis 18 Jahre draußen auch kontaktintensive Sportarten zulässig sind. Freibäder sollen unter Auflagen für Bahnenschwimmen und Schwimmunterricht öffnen dürfen.

Sinkende Infektionszahlen im Norden

Man wage diesen Öffnung-Schritt vor dem Hintergrund der sinkenden Infektionszahlen und der, wie Günther sagte, "erfolgreichen" Zwischenbilanz der Modelprojekte im Bereich Tourismus. Mit ihren Beschlüssen weitet die Landesregierung praktisch die für die vier Modellregionen geltenden Regeln auf das gesamte Land aus. Bisher dürfen Urlauber in der Schleiregion, in Eckernförde und in Nordfriesland unter strikten Corona-Vorgaben Urlaub machen. Von diesem Sonnabend an ist das auch in Timmendorfer Strand, Scharbeutz, Sierksdorf und Neustadt an der Ostsee in der Lübecker Bucht möglich. Am Montag folgt Büsum (Kreis Dithmarschen).

Am Dienstagabend betrug die landesweite Inzidenz 54,5. Der Norden hat seit längerem die deutlich niedrigsten Werte in Deutschland.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 05.05.2021 | 17:00 Uhr

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