Stand: 06.12.2018 16:34 Uhr

Rückendeckung für AfD-Chefin von Sayn-Wittgenstein?

Kommt es nun innerhalb der schleswig-holsteinischen AfD zu einer Schlammschlacht? Zwei Tage nach dem Ausschluss der AfD-Landesvorsitzenden Doris von Sayn-Wittgenstein aus der Landtagsfraktion gibt es offenbar in der Partei auch Unterstützung für sie. In einem Brief des Landesvorstands an die Mitglieder der AfD heißt es, er verurteile den Akt aufs Schärfste.

AfD-Landesvorsitzende Doris von Sayn-Wittgenstein auf der Landtagssitzung. © dpa-Bildfunk Foto: Carsten Rehder/dpa

AfD gegen AfD: Unterstützung für von Sayn-Wittgenstein

NDR 1 Welle Nord - Nachrichten für Schleswig-Holstein -

Der Ausschluss der AfD-Landeschefin von Sayn-Wittgenstein aus der Landtagsfraktion sorgt weiter für Wirbel: Die Parteimitglieder haben einen Brief vom Landesvorstand bekommen - mit reichlich Kritik an der Fraktion.

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Von wem stammt das Schreiben genau?

Es gebe keinen hinreichenden Grund für den Ausschluss aus der Fraktion. Dadurch würde eine Fülle von Medienberichten ausgelöst, die der AfD bundesweit schadeten. Unterzeichnet ist der Brief "mit herzlichen Grüßen des AfD-Landesvorstandes". Welcher Beschluss diesem Brief zugrunde liegt und wer daran mitgewirkt hat, bleibt offen. Von Sayn-Wittgensteins Stellvertreter im Landesvorstand, Bruno Hollnagel, sagte dem NDR Schleswig-Holstein, er kenne das Schreiben nicht, weil er im Ausland gewesen sei.

AfD gegen AfD

AfD-Fraktionschef Jörg Nobis erklärte dem NDR Schleswig-Holstein, innerparteiliche Solidarität mit einem AfD-Mitglied, das zur Unterstützung eines Vereins aufruft, der Holocaust-Leugnern eine Bühne biete, könne und dürfe es nicht geben.

Doris von Sayn Wittgenstein soll für den "Verein Gedächtnisstätte" geworben haben. Ihre Mitgliedschaft bestreitet der Verein in einem offenen Brief an den AfD-Bundesvorstand. Vom Verfassungsschutz wurde Gedächtnisstätte e.V. als rechtsextrem eingestuft. Der Verein spricht von "Diffamierungsvokabeln".

Von Sayn-Wittgenstein auch Thema für die Bundespartei

Unterdessen befasst sich nun auch die Bundespartei mit von Sayn-Wittgenstein. Sie muss dem Bundesvorstand Rede und Antwort stehen. Von Sayn-Wittgenstein war nach Angaben aus Parteikreisen aufgefordert worden, ihre Beziehung zu dem Verein in einer schriftlichen Stellungnahme darzulegen. Aus der Berliner Parteispitze hieß es, über das weitere Vorgehen werde am kommenden Montag in einer Telefonkonferenz des Bundesvorstandes beraten.

Weitere Informationen

Sayn-Wittgenstein als Fraktionslose - und nun?

Schleswig-Holsteins AfD-Parteichefin Doris von Sayn-Wittgenstein will nach ihrem Rauswurf aus der Landtagsfraktion ihr Mandat behalten. Wie es für sie weitergeht, ist unklar. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 06.12.2018 | 17:00 Uhr

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