Stand: 04.09.2017 19:01 Uhr

"Peking" im Dock: Arbeit fängt jetzt richtig an

Zwei Schlepper haben das Museumsschiff "Peking" am Montag auf der Peters-Werft in Wewelsfleth ins Trockendock gezogen. Zunächst musste der 115 Meter lange Windjammer rückwärts vom Werftpier gezogen werden, ehe er dann vorwärts ins Trockendock geschleppt werden konnte. Werftarbeiter und der Dockmeister an Bord der "Peking" koordinierten das Manöver mit ihren Kollegen über Funkgeräte. In der Werft wird der mehr als 100 Jahre alte Frachter nun saniert. Wie lange der historische Viermaster dort sein wird, ist nach Angaben von Pressesprecher Sebastian Dethlefs ungewiss. Dies hänge vom Zustand des Unterwasserschiffs ab, sagte Dethlefs.

300-Seiten-Auftrag für die Peters Werft

In der Werft fängt die Arbeit erst richtig an: Experten sollen den ehemaligen "Flying-P-Liner" im Trockendock in den Zustand von 1927 versetzen - samt Holzdeck und der ursprünglichen Laderäume, in denen Salpeter und Schüttgut beispielsweise zwischen Hamburg und Chile transportiert wurde. Auch das Unterwasser-Schiff muss nachgebaut werden, wenn die "Peking" wie erhofft zum Wahrzeichen des Deutschen Hafenmuseums in Hamburg werden soll. Die To-Do-Liste für die Werft besteht aus einem 300 Seiten langen Leistungsverzeichnis. "Die Peking ist seit über 70 Jahren nicht mehr gehegt und gepflegt worden. Sie lag jetzt 40 Jahre in New York im schlechtesten Wetter und ist überhaupt nicht instand gesetzt worden", sagte Geschäftsführer Peter Sierk von der Peters Werft im Interview mit NDR 1 Welle Nord. "Wir bekommen daher ein Schiff, das Erste Hilfe richtig nötig hat."

Neue Takelage, neuer Doppelboden

Laut Sierk werden sich die Werftarbeiter zunächst an die Takelage des ehemaligen Frachtseglers machen. "Alle Masten kommen runter, weil sie einfach zu rott sind", hatte Sierk bereits Ende Juli angekündigt. Danach werde das Schiff eingedockt und die Stahlstruktur erneuert. Unter anderem müssten die unteren dreieinhalb Meter des Rumpfes abgetrennt und ein neuer Doppelboden eingebaut werden, so Sierk. Dafür gehe es rund eineinhalb Jahre ins Trockendock. "Anschließend kommt die 'Peking" wieder raus aus dem Dock, dann kommt die Takelage drauf und es geht nach Hamburg", erklärte Sierk. Die Arbeiten seien "kein Hexenwerk".

2020 gegenüber der Elbphilharmonie?

Nach der Restaurierung soll die "Peking" voraussichtlich von 2020 an zu besichtigen sein. Ob sämtliche Arbeiten bis dahin jedoch tatsächlich abgeschlossen sein werden, sei ungewiss, sagte Kultursenator Brosda. Der zukünftige Liegeplatz in Hamburg steht noch nicht fest, angedacht sind aber die "50er Schuppen" am Hansahafen gegenüber der Elbphilharmonie. Der Bund stellt für die Rückführung und Instandsetzung insgesamt 26 Millionen Euro zur Verfügung.

Die "Peking" war 1911 bei der Hamburger Werft Blohm + Voss vom Stapel gelaufen und wurde einst als Frachtschiff für den Salpeterhandel mit Chile eingesetzt. Seit 1976 war es Bestandteil des South Street Seaport Museums in New York, von wo die "Peking" jetzt zurück in heimische Gewässer kommt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 04.09.2017 | 19:00 Uhr

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