Stand: 02.04.2019 13:36 Uhr

Nach Bombendrohung: Bahnverkehr in Neumünster läuft

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Der Bahnhof Neumünster wurde nach der Drohung evakuiert.

Nach einer Bombendrohung in einem Regionalexpress in Neumünster läuft der Bahnverkehr zwischen Hamburg und Kiel wieder. Am Montagabend war der komplette Bahnhof von Neumünster geräumt worden. Nach rund vier Stunden gab die Bundespolizei Entwarnung. Experten des Kampfmittelräumdienstes fanden keinen Sprengsatz in dem Zug, der auf dem Weg vom Hamburger Hauptbahnhof nach Kiel war. Insgesamt waren rund 50 Polizeibeamte am Einsatz beteiligt. Der Zug wurde nach Kiel gefahren. Dort wird er laut Bundespolizei noch einmal gründlich untersucht.

Schriftzug auf der Zugtoilette

Fahrgäste hatten um kurz nach 20 Uhr in der Toilette den Schriftzug "Bombe im Zug" entdeckt und die Zugbegleiterin informiert. Daraufhin wurde der Zug im Bahnhof Neumünster gegen 20.15 Uhr gestoppt. Sowohl der Zug als auch der Bahnhof wurden evakuiert. Bei der anschließenden Durchsuchung der Waggons schlugen die angeforderten Sprengstoffspürhunde an. Spezialisten der Polizei haben daraufhin mehrmals die betroffene Stelle geröntgt, jedoch ohne Ergebnis. Gegen 1.15 Uhr gaben sie Entwarnung. Der Bahnverkehr war noch bis zum Morgen beeinträchtigt.

"Nicht möglich, alle Personalien aufzunehmen"

Wer die Bombendrohung verfasst hat ist laut Bundespolizei unklar. Die Suche läuft. Laut Bundespolizei-Sprecher Gerhard Stelke ist völlig unklar, ob und - wenn ja - auf welchem Abschnitt der Zugstrecke zwischen Hamburg und Neumünster die Drohung an den Spiegel geschrieben wurde.

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Mit Sprengstoffspürhunden durchsuchte die Polizei den Regionalexpress, in dem die Bombendrohung entdeckt wurde.

Am Neumünsteraner Bahnhof selbst habe aufgrund der Drohung die Sicherheit der Passagiere - also die Evakuierung des Zuges - im Vordergrund gestanden. "Dort war es aufgrund der Anzahl der Reisenden gar nicht möglich, die Personalien von allen Passagieren aufzunehmen", sagte der Sprecher der Bundespolizei. Wie viele Reisende sich zum Zeitpunkt der Evakuierung im Zug befanden, konnte Stelke nicht sagen.

Wollte jemand die Hunde bewusst täuschen?

Die Ermittler prüfen offenbar auch, ob die Sprengstoffspürhunde bewusst auf eine falsche Fährte gelockt wurden. Der Ort, an dem die Tiere mehrfach anschlugen, befand sich laut Stelke "in einem Bereich, der für Passagiere zugänglich ist". Nach dem Fund der Bombendrohung und dem vermeintlichen Sprengstoff-Fund der Hunde habe man "die Maßnahmen hochgefahren" und besonders vorsichtig agiert. Vor Ort waren rund 20 Beamte von Bundes- und Landespolizei, der Kampfmittelräumdienst, außerdem etwa 20 Feuerwehrleute sowie Rettungskräfte.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 02.04.2019 | 12:00 Uhr

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