Stand: 24.08.2020 19:42 Uhr

Laschet in SH: Zu früh für Verschiebung des Parteitags

Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet (CDU), war am Montag zu Besuch in Schleswig-Holstein. Während des Besuchs äußerte sich Laschet auch zur Diskussion um die Verschiebung des CDU-Parteitags. Er hält es für verfrüht, jetzt über eine Verschiebung des Bundesparteitags im Dezember zu entscheiden. "Wir haben im Präsidium besprochen, dass der Bundesparteitag verkürzt stattfindet unter Corona-Bedingungen. Ob das so ist, wird das aktuelle Corona-Geschehen Ende November, Anfang Dezember bestimmen", sagte Laschet. Auf dem Parteitag in Stuttgart soll ein neuer Vorsitzender gewählt werden. "Im schlimmsten Fall einer zweiten großen Pandemiewelle bleibt der Vorstand geschäftsführend so lange im Amt bis der Parteitag einberufen werden kann." Auf Fragen zum CDU-Bundesvorsitz sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU), er habe dem Team Armin Laschet und Jens Spahn seine Unterstützung zugesagt.

Weiterentwicklung der Wasserstofftechnologie

Zusammen mit seinem Amtskollegen Günther informierte sich Laschet am Montag in der Erdöl-Raffinerie Heide darüber, wie grüner Wasserstoff gewonnen und genutzt wird. Auf dem Raffinerie-Gelände soll eine Elektrolyse-Anlage entstehen. Dort wird in einem sogenannten Reallabor die Wasserstofftechnologie weiterentwickelt, um langfristig grünen Wasserstoff aus Windkraftenergie für die Industrieproduktion, Verkehr und Wärme herzustellen.

Gutes Beispiel für Umsetzung der Energiewende

Laschet zeigte sich beeindruckt von den Plänen der Raffinerie. Während andere Bundesländer noch diskutieren würden, habe Schleswig-Holstein schon ganz konkrete Projekte der Energiewende. Es sei sehr sinnvoll, den überschüssigen Wind-Strom der Region für die Produktion von grünem Wasserstoff zu nutzen, so Laschet. Auch der nächste Schritt - mit dem grünen Wasserstoff synthetischen Flugzeug-Treibstoff herzustellen, sei ein gutes Beispiel für die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende. "Wir werden uns in dieser Woche in Nordrhein-Westfalen noch einmal mit der Frage vom grünem Stahl beschäftigen - dem Umbau von ThyssenKrupp zu einem grünen Stahlwerk. Und dafür ist genau die Technologie, die hier angewendet wird, der Schlüssel, von dem andere lernen können", sagte Laschet. Danach besuchte er im nordfriesischen Enge-Sande ein Hightech-Trainingszentrum. Dort werden Helfer auf Seenot-Szenarien oder Havarien von Windkraftanlagen trainiert.

Wasserstoff-Projekt vom Bund

Die Erdöl-Raffinerie aus der Vogelperspektive.  Foto: Christian Charisius
In der Raffinerie in Heide wird die Wasserstofftechnologie weiterentwickelt, um langfristig grünen Wasserstoff aus Windkraftenergie herzustellen.

Die Raffinerie Heide ist Partner und Koordinator des Projekts Westküste 100. In dem Projekt haben sich mehrere Firmen zusammengeschlossen, um in industriellen Maßstab Wasserstoff zu erzeugen und die dabei entstehende Abwärme zu nutzen. Am Ende soll sowohl Wasserstoff in das Gasnetz eingespeist werden, als auch Kerosyn entstehen. Ein synthetisch hergestellter Flugzeugtreibstoff auf Wasserstoffbasis. Der Bund fördert den Aufbau einer regionalen Wasserstoff-Wirtschaft an der schleswig-holsteinischen Westküste mit 30 Millionen Euro.

Treffen eigentlich im Juli geplant

Ursprünglich war Laschets Besuch bereits für Anfang Juli geplant, musste aber wegen des Corona-Ausbruchs beim Fleischproduzenten Tönnies im Kreis Gütersloh verschoben werden. Vor zwei Wochen wollte außerdem der bayrische Ministerpräsident Markus Söder (CDU) Schleswig-Holstein besuchen. Das wurde aber kurzfristig abgesagt. Hintergrund waren die Fehler in den bayrischen Corona-Testzentren. Dort war es zu Verzögerungen bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen gekommen. Der Söder-Besuch soll zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.

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Nachrichten für Schleswig-Holstein | 24.08.2020 | 17:00 Uhr

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