Marschbahn-Offensive nach Sylt: Pendler und Nah.SH zufrieden

Stand: 15.11.2021 17:58 Uhr

Volle Züge von und nach Sylt - damit sollte Schluss sein. Auf der Marschbahnstrecke wollte die Landesregierung gemeinsam mit der Nahverkehrsgesellschaft Nah.SH für mehr Züge in der Urlaubszeit sorgen. Hat das geklappt?

Sowohl Nah.SH-Geschäftsführer Arne Beck als auch Pendler-Sprecher Achim Bonnichsen zeigen sich zufrieden mit der Sommeroffensive. In der Ferienzeit sei es nur an besonders stark nachgefragten Tagen in den Zügen voll geworden, sagte Beck. Auch die Pendler seien im Großen und Ganzen zufrieden, sagte Bonnichsen und fügte an: "Gleichzeitig müssen wir aber leider weiterhin feststellen, dass die Qualität und die Verlässlichkeit oft nicht stimmen." Die Strecke sei schwierig. Er appelliert nun an die Politik, in den Zügen künftig auf die 2G-Regel zu setzen, damit Fahrgäste in der Corona-Pandemie besser geschützt sind.

8.500 Plätze mehr zwischen Niebüll und Westerland

Im Zuge der Sommeroffensive waren die Züge vom 7. Mai bis 1. November erweitert worden. Auf der Strecke zwischen Hamburg und Westerland standen täglich rund 4.000 zusätzliche Sitzplätze zur Verfügung. Zwischen Niebüll und Westerland waren es 8.500 Plätze mehr. In den Sommermonaten pendeln den Angaben zufolge täglich bis zu 5.500 Menschen vom Festland zur Arbeit nach Sylt. Die Ausweitung der kapazitäten kostete nach Angaben des Landes Schleswig-Holstein insgesamt rund 8,7 Millionen Euro. Rund 4,4 Millionen Euro übernahm das Land, die restlichen 4,3 Millionen Euro zahlte die Deutsche Bahn. Zudem standen in Niebüll und Westerland sowie in Hamburg-Altona je ein weiterer Bereitschaftszug in Reserve. Auch beim Autozug Sylt Shuttle wurde im Sommer aufgestockt - auf 18 Züge statt 10 Züge pro Richtung.

"Fahrgäste sind keine Sardinen"

Nordfrieslands Landrat Florian Lorenzen (CDU) forderte, die wichtige Lebensader der Westküste weiter im Blick zu behalten. Es sei richtig gewesen, dass Bahn und Land ein Zeichen gesetzt haben. Ausruhen dürfe sich darauf aber niemand. Die Bahn investiert nach eigenen Angaben 140 Millionen Euro in die Grundsanierung der Strecke. Die Arbeiten sollen im nächsten Jahr abgeschlossen werden. Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Andreas Tietze, forderte, die Negativschlagzeilen bei der Marschbahn müssten endlich der Vergangenheit angehören. "Doch nicht nur die langfristig wirkenden Maßnahmen - wie die Elektrifizierung und der Ausbau der Strecke - zählen, sondern auch unmittelbar der Komfort der Reise. Fahrgäste sind keine Sardinen."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 15.11.2021 | 17:00 Uhr

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