Der Postroboter steht in dem automatisierten Bus. © NDR

Lauenburg: Roboter "Laura" soll Behördenpost ausliefern

Stand: 09.01.2021 06:00 Uhr

Zwei besondere Technik-Experten unter sich: Roboter "Laura" fährt zusammen mit dem autonomen Tabula-Shuttle durch Lauenburg - um Post auszuliefern.

Seit Herbst 2019 fährt der Tabula-Shuttle durch Lauenburg (Kreis Herzogtum Lauenburg). Der autonome Kleinbus, ein Forschungsprojekt der TU Hamburg, rollte bis zum Lockdown im Dezember täglich ohne Fahrer durch die Lauenburger Altstadt, transportierte dabei bis zu zehn Passagiere - auch "Laura" ist seit Kurzem dabei. "Laura" steht für "Lauenburgs Automatisierte Roboter Auslieferung". Und sie ist quasi eine Kollegin von Tabula. Ebenfalls automatisiert und ausgerüstet mit vielen Sensoren fährt sie im Bus mit - und liefert Behördenpost aus. An der Haltestelle am Lauenburger Rathaus verlässt sie den Shuttle - und findet ihren Weg in das Verwaltungsgebäude.

Fernsteuerung hilft

Noch kann "Laura" die Post nicht ganz alleine ausliefern. Marco Thiel und Sandra Tjaden, ein Forscherteam der TU Hamburg, bedienen sie noch per Fernsteuerung. So sammeln sie Daten um die Automatisierung zu perfektionieren. ""Laura" soll noch besser werden im automatisierten Fahren auf Freigeländen. Zu diesem Prozess gehört auch, dass "Laura" den Weg in den Shuttle findet. Dazu muss sie das Shuttle erkennen, die Rampe hochfahren und einparken", erklärt Thiel.

Postauslieferung ab Frühjahr

"Laura" soll in Zukunft wetterfest, verkehrssicher und Diebstahl geschützt sein. Eine App soll sie später dem Adressaten ankündigen. Etwa 100 Postsendungen am Tag erwartet die Stadtverwaltung. Im Frühjahr dieses Jahres soll die automatisierte Postauslieferung beginnen. Geplant ist, dass der Roboter dann an vier Tagen pro Woche die Behördenpost verteilt.

Der Tabula-Shuttle und "Laura" sollen Wegbereiter sein, sagen die Forscher. Es gehe darum, Transportroboter in den Alltag zu integrieren und den Personen- und Wirtschaftverkehr zu fördern.

Betriebspause für Tabula-Shuttle

Rund 2.500 Fahrgäste haben bislang nach Angaben des Kreises Herzogtum Lauenburg den automatisiert verkehrenden Elektrobus genutzt, der jedoch während der Dauer des bundesweiten Lockdowns seinen Betrieb vorübergehend eingestellt hat. Die Kosten des Gesamtprojektes, das vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert wird, betragen nach Angaben von Projektkoordinator Matthias Grote rund 3,2 Millionen Euro.

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 09.01.2021 | 19:30 Uhr

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