Stand: 18.04.2018 05:00 Uhr

Landesregierung will LNG-Terminal für Brunsbüttel

Die schleswig-holsteinische Landesregierung hat großes Interesse daran, dass in Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen) ein Flüssiggas-Terminal, auf englisch Liquid Natural Gas (LNG), gebaut wird. LNG gilt als Zukunftstechnologie für den Antrieb von Schiffen. Bei der LNG-Technik wird statt Schweröl oder Diesel Gas verbrannt. Die Umweltbelastung ist geringer als bei herkömmlichem Treibstoff. Für das geplante Terminal reisen Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) mit einer Delegation am Mittwoch nach Rotterdam, um ein schon bestehendes Terminal vor Ort anzusehen. In der niederländischen Hafenstadt wird LNG aus dem Mittleren Osten, Australien und Asien importiert und mit kleinen Frachtern oder über Rohrleitungen re-exportiert.

Bundesregierung soll helfen

Das Investitionsvolumen für das Terminal beträgt rund 450 Millionen Euro. Die Pläne werden laut Günther auf höchster Ebene vorangetrieben. In der Region Brunsbüttel gebe es zahlreiche Unternehmen, die Abnehmer für LNG sein könnten und damit eine Grundauslastung des Terminals gewährleisten würden. Er sieht die Bundesregierung in der Pflicht, Schleswig-Holstein bei der Verwirklichung des Millionen-Projekts mit Fördermitteln zu unterstützen.

Das Landeskabinett hatte zuvor beschlossen, für die Koordinierung des Projekts in den kommenden Jahren jeweils 250.000 Euro zur Verfügung zu stellen. Zugleich sende die Regierung damit ein klares Signal der Unterstützung an die German LNG Terminal GmbH, die drei Unternehmen zum Bau des Terminals in Norddeutschland gegründet hatte.

Buchholz: LNG spielt Schlüsselrolle

"Energiepolitisch leistet das LNG-Terminal einen erheblichen Beitrag zur Diversifikation des Erdgasbezugs, macht Deutschland ein Stück unabhängiger von russischem Pipelinegas und trägt so zur Versorgungssicherheit bei", sagte Wirtschaftsminister Buchholz. Zudem spiele LNG als Kraftstoff für Schiffe und schwere Lastwagen eine Schlüsselrolle zur Senkung der Schadstoffemissionen. Länder wie die Niederlande und Frankreich seien Deutschland hier einen großen Schritt voraus. Um LNG als Kraftstoff in Deutschland wirtschaftlich einsetzen zu können, benötige man dringend ein Import-Terminal. Der Transport aus dem Ausland per Lastwagen sei viel zu teuer.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | 17.04.2018 | 08:00 Uhr

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