Stand: 04.10.2019 21:00 Uhr  - Schleswig-Holstein Magazin

Kappeln: Fünf Bären erkunden ihr neues Zuhause

Neue Gerüche, neue Geräusche und ein neues Revier: Bär "Balu" ist der erste, der das neue Zuhause im Tierschutzzentrum Weidefeld bei Kappeln (Kreis Schleswig-Flensburg) erkunden darf. Denn er ist der ängstlichere der beiden Kragenbären, die Anfang der Woche aus Nordrhein-Westfalen nach Kappeln gezogen sind. Sein Bruder "Serenus" darf erst ein paar Minuten später raus. Und im Außengehege warten auf die beiden Gräser, Kräuter, Braumtriebe, Nüsse und Insekten - sowie 1.000 Quadratmeter Platz inklusive Badeteich und Kuscheltunnel.

In zwei bis drei Wochen dürfen sie dann auch aus ihrem Vorgehebe in das große Gehege mit einer Gesamtfläche von zwei Hektar. Damit sich die Bären wohlfühlen, haben die Tierpfleger eine wichtige Aufgabe, erklärt Patrick Boncourt vom Deutschen Tierschutzbund: Sie müssen das Futter verstecken. "Das ist ganz wichtig, dass die Tiere den ganzen Tag über beschäftigt sind - suchen müssen und sich das Futter erarbeiten müssen. Das muss so sein wie in der Natur. Und in der Natur ist die meiste Zeit des Tages Nahrungsbeschaffung angesagt", sagt Boncourt.

Winterruhe im neuen Zuhause

Bei den drei Braunbär-Weibchen im Nebengehege läuft es beim ersten Ausgang im neuen Gehege etwas etwas komplizierter. "Ronja" und "Mascha" sind Geschwister und die beiden sind eher Zicken. "Maja" hingegen ist nicht dominant - eher lieb und Einzelgängerin. Deswegen hat sie auch ihr eigenes Areal.

Ein paar Nächte müssen die fünf Bären noch im Stall verbringen. In Zukunft dürfen sie rein und raus, wann immer sie wollen. Und bald ist sowieso schlafen angesagt: Die Bären halten Winterruhe bis April. Dann gehen Herzfrequenz und Atmung runter. Im Frühjahr 2020 können dann auch Besucher des Tierschutzzentrums die Bären bestaunen.

Bären-Heim: 13 Hektar große Gelände

Die fünf Bären waren am Montagabend in ihrem neuen Zuhause im Weidefelder Tierschutzzentrum in Kappeln (Kreis Schleswig-Flensburg) angekommen. Sie mussten aus dem Anholter Bärenwald in Isselburg (Nordrhein-Westfalen) umziehen, weil ein Pachtvertrag Ende des Jahres ausläuft. Das Gelände auf dem ehemaligen Bundeswehrstandort Weidefeld ist 13 Hektar groß. Zwei Bunker wurden speziell für die Tierhaltung umgebaut. Für die Bären stehen nach Angaben von Projektleiter Boncourt sechs Innenställe und fünf Außengehege bereit.

Weitere Informationen
Bärin "Maya" geht im Tierschutzzentrum Weidefeld durch eine Tür, um das Innengehege zu erkunden © NDR Foto: Jan Altmann

Kappeln: Fünf Bären in neuem Zuhause angekommen

Fünf Bären aus einem Wildpark in Nordrhein-Westfalen sind gut in ihrem neuen Zuhause in Kappeln angekommen. Der Tierschutzbund hat zwei Bunker für die Tiere umgebaut. mehr

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 04.10.2019 | 19:30 Uhr

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