Grömitz: Schweinswal verendet - Kontakt mit Menschen schuld?

Stand: 15.07.2021 18:42 Uhr

Ende vergangener Woche sollen mehrere Menschen einen kleinen Schweinswal bei Grömitz eingekesselt und gefangen gehalten haben. Der Schweinswal starb, der Grund dafür ist noch unklar.

Über 20 Kinder sollen im Badegebiet von Grömitz (Kreis Ostholstein) am Freitag von Erwachsenen ins Wasser gerufen worden sein, um den Schweinswal umarmen und streicheln zu können - und dabei Selfies zu machen. Das teilte die Polizei am Donnerstag mit. Beobachter berichteten, dass das etwa ein Meter lange Tier zunächst noch agil gewesen, dann aber schwächer geworden sei. Schlussendlich sei es im Badegebiet verendet.

VIDEO: Verendeter Schweinswal aus Grömitz seziert (2 Min)

Schweinswal hatte Herz- und Lungenwürmer

Schweinswale gehören zu den streng geschützten und stark gefährdeten Tierarten, daher wurde der Wal im Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) in Büsum seziert. Bei der Sektion stellte die zuständige Ärztin fest, dass der Schweinswal Herz- und Lungenwürmer hatte. Die Ärztin schließt aber nicht aus, dass der Wal aufgrund des Kontakts mit Menschen verendet ist. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln nun, da streng geschützte Tiere nicht gefangen, verletzt oder getötet werden dürfen. Den Tätern drohen hohe Haft- oder Geldstrafen.

Hingst: Wir suchen Zeugen

Ulla Hingst, von der Lübecker Staatsanwaltschaft, hofft auf Mithilfe aus der Bevölkerung. "Wir suchen nach Zeugen, die das Geschehen beobachtet haben und die uns auch Auskunft darüber geben können, wer die Personen gewesen sind, die dieses Tier dort festgehalten und berührt haben. Da bauen wir natürlich auch auf Vermieter", sagte Hingst. Denn möglicherweise handelt es sich laut Staatsanwaltschaft bei den Menschen, die den Wal festhielten, um Urlauber. Die Polizei hat inzwischen Fotos veröffentlicht, auf denen Badende zu sehen sind, die den Schweinswal festhalten. Nach Angaben der Ermittler ist das nicht ungefährlich.

Möglicherweise Krankheiten übertragen

Denn die Polizei gab auch bekannt, dass es nicht auszuschließen ist, dass Infektionskrankheiten von dem Schweinswal auf die Menschen übertragen worden sind, die das Tier berührt haben. Zeugen des Vorfalls sollten sich unter der Rufnummer +49 (0) 43 71 / 5030860 oder der E-Mail-Adresse fehmarn.wspst@polizei.landsh.de melden.

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NDR 1 Welle Nord | 15.07.2021 | 12:00 Uhr

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