Stand: 05.08.2020 13:56 Uhr

Flensburg: Neues, ökumenisches Krankenhaus kommt

Das Bundeskartellamt hat am Mittwoch den Zusammenschluss der beiden Flensburger Krankenhäuser genehmigt. Da beide Kliniken bereits seit Jahren kooperierten, werde der Zusammenschluss zu keiner wesentlichen Beschränkung des Wettbewerbs und der Ausweichmöglichkeiten für die Patienten führen, sagte ein Sprecher der Behörde. Eine Befragung der niedergelassenen Ärzte in Flensburg habe ergeben, dass hauptsächlich die Krankenhäuser anderer Träger außerhalb von Flensburg eine Alternative für die Patienten darstellten, so der Sprecher weiter.

Damit können die Träger Malteser und Diako wie geplant ein neues Zentralklinikum für den Norden Schleswig-Holsteins aufbauen. Schleswig-Holsteins Sozialminister Heiner Garg (FDP) sagte, die Entscheidung zur Fusion sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem neuen Krankenhaus, das nach den UKSH-Standorten Kiel und Lübeck die größte Klinik in Schleswig-Holstein sein werde.

Modernste medizinische Versorgung unter einem Dach

Dass die beiden Kliniken jetzt gemeinsame Sache machen, hat zwei Gründe: Beide waren bislang auf unterschiedliche Fachgebiete spezialisiert. Außerdem sind beide Kliniken renovierungsbedürftig. Das Land hatte deshalb entschieden, nur Geld zu zahlen, wenn sich die Kliniken zusammentun. Für Patienten im Norden des Landes bedeutet die Fusion modernste medizinische Versorgung unter einem Dach. Nach aktuellem Stand haben die beiden Flensburger Krankenhäuser zusammen mehr als 850 Betten. Laut einem Sprecher werden es nach der Fusion rund 1.000 Betten sein. Das neue Zentralkrankenhaus wird voraussichtlich 2027 in Betrieb gehen. Im Jahr sollen dann künftig mehr als 100.000 Patienten im Jahr ambulant und stationär versorgt werden.

Erste Klinik Deutschlands, die beide Kirchen tragen

Bislang führten Diakonie und Malteser in Flensburg jeweils eigene Kliniken. Das Malteser Krankenhaus St. Franziskus-Hospital und das Diakonissen-Krankenhaus sind mehr als 130 Jahre alt - und beiden hatte das Land Schleswig-Holstein ursprünglich getrennt voneinander Fördergelder für Um- und Neubauten zugesprochen.

Als die Bescheide mit insgesamt knapp 200 Millionen Euro überraschend hoch ausfielen, entschied sich die Stadt dazu, ein völlig neues Zentralkrankenhaus zu bauen und auf die Sanierungen zu verzichten. Damit entsteht nach Angaben der "Ärzte-Zeitung" erstmals in Deutschland ein Krankenhaus, das von beiden Kirchen getragen wird.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 05.08.2020 | 12:00 Uhr

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