Raketen und Knallkörper in einem Verbotsschild © PantherMedia, Fotolia Foto: -

Feuerwerks-Verkaufsverbot: Weco-Mitarbeiter bangen um Jobs

Stand: 03.12.2021 11:47 Uhr

40 Mitarbeiter im Kieler Werk des Feuerwerksproduzenten Weco müssen offenbar um ihre Jobs bangen. Hintergrund ist das von der Ministerpräsidentenkonferenz beschlossene Verkaufsverbot von Silvester-Feuerwerk.

Den vom Feuerwerksverbot betroffenen Unternehmen sicherten Bund und Länder laut Beschluss vom Donnerstag eine "entsprechende Kompensation" durch Wirtschaftshilfen zu. Trotzdem: Die Weco-Firmenleitung in Nordrhein-Westfalen rechnet nach eigenen Angaben mit einem großen finanziellen Schaden. Auch 2020 war der Verkauf von Feuerwerk für die Silvesternacht verboten worden. Wie schon im vergangenen Jahr soll auch dieses Jahr damit verhindert werden, dass die Krankenhäuser zusätzlich durch Patienten belastet werden, die sich beim Böllern verletzen.

Basteln Menschen ihre Raketen einfach selbst?

Weco argumentierte dagegen, dass zu Silvester nur die allerwenigsten Krankenhauseinlieferungen überhaupt auf das Konto von Feuerwerksverletzungen gingen. Durch das Verbot werde nun deutlich mehr illegale Ware gekauft oder die Leute würden anfangen, eigene Raketen zu bauen, warnte das Unternehmen.

Ob es auch ein An- und Versammlungsverbot gibt, will die Landesregierung von der Inzidenz abhängig machen. In Folge des Verkaufsverbots im vergangenen Jahr hatte Weco in einem anderen Werk bereits 100 Mitarbeiter entlassen müssen.

60 Prozent Umsatz brechen weg

Auch auf viele kleinere Läden wirkt sich das Verbot aus: Der Inhaber des Feuerweksladens Hoops-Pyrotechnik aus Quickborn zeigte sich gegenüber NDR Schleswig-Holstein fassungslos über das Verkaufsverbot. In normalen Jahren mache das Silvestergeschäft 60 Prozent des Jahresumsatzes aus. Dieses Geld würde jetzt fehlen, teilte der Laden mit.

Verband warnt vor Aus für pyrotechnische Industrie

Bereits einige Tage vor dem Verbot hatte der Vorsitzende des Verbandes der pyrotechnischen Industrie (VPI), Thomas Schreiber, gemahnt, der pyrotechnischen Industrie mit ihren 3.000 Mitarbeitern drohe bei einem erneuten Verkaufsverbot das Aus. "Bei einer Branche, deren Hauptumsatz - also mehr als 90 Prozent - in nur drei Tagen zum Jahresende entsteht, ist es umso schmerzhafter, wenn nach Monaten harter Arbeit und Hoffnung auf einen Silberstreif am Horizont die komplette wirtschaftliche Überlebensgrundlage entzogen wird", sagte er. Unter dem Dach des VPI haben sich 21 Mitgliedsunternehmen zusammengefunden, darunter auch die großen deutschen Anbieter Weco, Comet und Nico.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 03.12.2021 | 07:30 Uhr

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