Stand: 09.07.2020 17:45 Uhr

EuGH-Urteil zum Trauerseeschwalben-Streit von Eiderstedt

Seit Jahren gibt es auf Eiderstedt Streit um die Trauerseeschwalbe. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) vermutet, dass der massive Rückgang der Trauerseeschwalbe auf der Halbinsel mit einer Entwässerungsanlage zu tun haben könnte. 2009 reichten die Umweltschützer deshalb Klage gegen den Kreis Nordfriesland ein, in den ersten Instanzen erfolglos. Der Fall liegt im Moment beim Bunderverwaltungsgericht, das wiederum den Europäischen Gerichtshof eingeschaltet hatte, um eine Grundsatzfrage zu klären. Nun gibt es eine Entscheidung des EuGH: Die Entwässerung landwirtschaftlicher Flächen, auch in Schutzgebieten, kann zulässig sein. Dabei müsse allerdings die geltende EU-Vogelschutzrichtlinie beachtet werden, so die Richter am Europäischen Gerichtshof. Ob das im Fall des Vogelschutzgebietes auf Eiderstedt in ausreichendem Maß geschieht, muss nun das Bundesverwaltungsgericht selbst entscheiden.

Vogel benötigt Sumpfgebiet

Der NABU hofft nun, dass das Bundesverwaltungsgericht im Sinne der Trauerseeschwalbe entscheiden wird. Der Vogel ist nach Angaben der Naturschützer auf Sumpfgebiete angewiesen; baut Nester auf Blättern und Pflanzenteilen, die auf der Wasseroberfläche treiben. Der Deich- und Hauptsielverband Eiderstedt betreibt das Schöpfwerk und hat nun Sorge, dass ein zukünftiges Urteil größere Auswirkungen auf die eigene Arbeit haben könnte.

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Der Naturschützer Claus Ivens steht auf einer grünen Weide und blickt in die Kamera. © NDR Foto: Janine Artist

Der Bauer, der den Trauerseeschwalben hilft

Der Landwirt Claus Ivens setzt sich für den Schutz der Trauerseeschwalbe auf Eiderstedt ein. Er bietet schwimmende Nisthilfen und sorgt für Futter. Schon als Kind erlebte er die Vögel. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 09.07.2020 | 15:00 Uhr

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