Stand: 20.11.2019 15:25 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Winternotprogramm: Hilfe für Obdachlose in SH

Die Diakonie hat am Mittwoch in Flensburg offiziell ihr Winternotprogramm gestartet. Die Hilfe gibt es in vielen Städten in Schleswig-Holstein. Sie richtet sich an Menschen, die auf der Straße leben und nicht in einer der bestehenden Notunterkünfte schlafen wollen. Unterstützung bekommen sie in Form von Schlafsäcken, warmer Kleidung und zusätzlichen Notunterkünften. Es werde niemand abgewiesen, sagte Diakoniepastor Thomas Nolte vom Diakonischen Werk im Kirchenkreis Schleswig-Flensburg.

Zusätzliche Notunterkünfte in mehreren Städten

So stehen beispielsweise in Kiel wieder drei beheizbare Container bereit und in Husum wurde erneut eine Wohnung angemietet, in der mehrere Menschen untergebracht werden können. Auch die diakonischen Notunterkünfte in Lübeck, Neumünster, Flensburg und Rendsburg stehen den Obdachlosen offen. Das Land Schleswig-Holstein fördert das Winternotprogramm mit 20.000 Euro. Zusätzliche 10.000 Euro steuert die Diakonie Stiftung Schleswig-Holstein bei.

Naß: Brauchen mehr bezahlbaren Wohnraum

Offizielle Zahlen darüber, wie viele Menschen auf der Straße leben, gibt es nicht. Die Diakonie schätzt, dass es mehrere Hundert Obdachlose in Schleswig-Holstein gibt. Brennpunkte sind die kreisfreien Städte Kiel, Lübeck, Flensburg und Neumünster. Landespastor und Diakonie-Vorstand Heiko Naß sagte, dass die Gründe für Wohnungslosigkeit vielfältig sind. Als Beispiele nannte er Krankheit oder Konflikte in Familien. Naß sieht auch in den weiter steigenden Mieten eine Hauptursache. Zwar seien das Land und die Kommunen bemüht, mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Da müsse aber noch mehr passieren, forderte der Landespastor.

Mehr Menschen nutzen Hilfsangebote

Knapp 7.500 Menschen haben laut einer Diakonie-Statistik im vergangenen Jahr Hilfsangebote und Beratungsgespräche der Organisation genutzt - Tendenz seit Jahren steigend. Vor allem in den großen Städten wie Kiel oder Lübeck melden die Einrichtungen der evangelischen Kirche großen Zulauf. Die Organisation hat für wohnungslose Menschen landesweit gut 30 Anlaufstellen.

Naß appellierte an die gesamte Bevölkerung, gerade in der kalten Jahreszeit wohnungslose Menschen im Blick zu haben. Liege ein Obdachloser reglos auf dem Boden oder einer Bank, sollte entweder die Polizei oder der Rettungsdienst gerufen werden. Man solle lieber einmal zuviel als einmal zu wenig anrufen.

Weitere Informationen

Kiel: Treff für obdachlose Frauen - mehr als nur ein Ort

24.10.2019 20:40 Uhr

Das Kieler Team von stadt.mission.mensch hilft wohnungslosen Frauen. Einmal in der Woche kochen sie gemeinsam im Tagestreff. Der geschützte Raum bedeutet den Frauen viel. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 20.11.2019 | 13:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Schleswig-Holstein

01:52
Schleswig-Holstein Magazin
02:20
Schleswig-Holstein Magazin
02:29
Schleswig-Holstein Magazin