Stand: 29.02.2020 18:19 Uhr

Coronavirus: Kein Nachweis bei Ehefrau des infizierten Mannes

Eine Frau setzt eine inaktivierte Probe eines Covid-19-Verdachtsfalles aus Baden-Württemberg in eine Vorrichtung. © dpa-Bildfunk Foto: Marijan Murat
Bei dem Mann aus Henstedt-Ulzburg war am Donnerstag das neuartige Virus nachgewiesen worden.

In Schleswig-Holstein gibt es nach wie vor einen bestätigten Coronavirus-Fall. Bei einem Mann aus Henstedt-Ulzburg ist das Virus am Donnerstag nachgewiesen worden - bei seiner Ehefrau hingegen nicht. Das hat der Kreis Segeberg nach Auswertung eines Tests am Sonnabend mitgeteilt. Den Angaben nach geht es dem Ehemann besser. Das Paar befindet sich weiter in häuslicher Isolation - so lange, bis negative Abstrichproben vorliegen. Die etwa 60 Personen, mit denen das Ehepaar privat Kontakt hatte, sind inzwischen ermittelt. Weitere Maßnahmen soll es für diesen Personenkreis nicht geben.

Bürgermeisterwahl findet statt

Rathaus Henstedt-Ulzburg © Stadt Henstedt-Ulzburg Foto: Heike Benkmann
Im Rathaus in Henstedt-Ulzburg bleiben die Politiker ruhig. Auch die Bürgermeisterwahl am Sonntag soll stattfinden.

Die anstehende Bürgermeisterwahl in Henstedt-Ulzburg am Sonntag findet laut Segebergs Landrat Jan Peter Schröder (parteilos) wie geplant statt. Nach Angaben der Gemeinde Henstedt-Ulzburg werden an den Wahllokalen entsprechende Hygienevorkehrungen getroffen.

In Henstedt-Ulzburg gibt es nach Angaben der Gemeinde bisher auch keine Einschränkungen im öffentlichen Leben. "Wir reden über einen Einzelfall", sagte Bürgermeister Stefan Bauer. Es gebe keine Straßensperrungen oder ähnliches. Er forderte die insgesamt 28.000 Bewohner auf, besonnen und ruhig zu bleiben und die Verhaltensregeln des Robert-Koch-Instituts zu befolgen.

Kontaktpersonen wurden identifiziert

Der erkrankte Mann arbeitet in Hamburg und ist Kinderarzt am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Der 1955 geborene Mann hatte nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Kiel im italienischen Trentino Urlaub gemacht und war am Sonntag nach Schleswig-Holstein zurückgekehrt.

Gesundheitsminister Garg und Segebergs Landrat Schröder hatten am Freitagnachmittag unter anderem über Maßnahmen und Vorkehrungen am Wohnort des Patienten informiert.

In Hamburg informierten Behörden und das UKE am Freitag über den Fall. Nach Angaben von Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) sind im beruflichen Umfeld ebenfalls fast 50 Kontaktpersonen identifiziert. Darunter seien 16 Kinder, die zusammen mit je einem Elternteil auf Station isoliert worden seien, und 12 ärztliche Mitarbeiter, die in ihrem Zuhause in Isolation seien.

Mediziner raten zu Vorsichtsmaßnahmen

Experten gehen davon aus, dass sich das Virus bald weiter in Schleswig-Holstein ausbreiten wird. Der Leiter des Instituts für Infektionsmedizin am UKSH in Kiel, Helmut Fickenscher, empfiehlt vorsorglich Schutzmaßnahmen. "Ich würde Menschenansammlungen meiden, würde eher Abstand zu anderen Personen halten, das Hände geben einstellen. Man kann auch freundlich sein, ohne die Hände zu schütteln." Der Institutsleiter rät außerdem dazu, Hände am besten mit warmem Wasser und Seife zu waschen oder diese zu desinfizieren.

Gesundheitsministerium geht nach Pandemie-Plan vor

Garg hatte bereits vor dem ersten Fall gesagt, dass das Land bestmöglich vorbereitet sei. Es gebe einen sogenannten Pandemie-Plan. So könnten betroffene Patienten zum Beispiel in Quarantäne untergebracht werden. Um die landesweiten Maßnahmen bei Bedarf zu koordinieren, habe sein Ministerium extra eine Leitstelle eingerichtet, so Garg. Über diese stehen alle relevanten Ansprechpartner in Verbindung.

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Zunächst beim Hausarzt anrufen

Das Virus löst ähnliche Symptome wie eine heftige Erkältung aus. Dazu gehören Husten, Schüttelfrost und Kopfschmerzen. Fieber ist ein wichtiger Indikator. Auch Durchfall kann auftreten. Das Gesundheitsministerium rät im Verdachtsfall nicht gleich ins Krankenhaus zu gehen, sondern sich telefonisch beim Hausarzt Rat zu holen. Zusätzlich hat der Kreis Segeberg eine Hotline geschaltet, die auch am Wochenende von 10 bis 16 Uhr erreichbar ist. Die Nummer lautet: (04551) 951 98 33.

Personen mit Atemwegserkrankungen, die zuvor in einem Risikogebiet waren oder Kontakt mit einem bestätigten Fall hatten, können sich an die Telefonnummer 116 117 der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) wenden - auch außerhalb der Sprechzeiten. Nur bei deutlichen Krankheitsbildern wird der Patient stationär aufgenommen. Die Gefahr, sich mit dem Virus angesteckt zu haben, besteht laut dem Virologen Thomas Lorentz vor allem dann, wenn man Kontakt mit einer Person hatte, die in einem Risikogebiet war - etwa im chinesischen Wuhan oder in Mailand in Italien.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 29.02.2020 | 18:00 Uhr

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