Auf einem Richtungsschild steht "Volkshochschule". © picture alliance / SVEN SIMON | Frank Hoermann / SVEN SIMON

Corona: Volkshochschulen fehlt das Geld

Stand: 18.06.2021 19:04 Uhr

Die Volkshochschulen in Schleswig-Holstein kämpfen mit den Folgen der Corona-Pandemie.

Im vergangenen Jahr hat sich sowohl die Zahl der Unterrichtsstunden als auch die Zahl der Teilnehmer fast halbiert. Das geht aus der neuen Landesstatistik der Volkshochschulen im Land hervor. Im Vergleich zu 2019 fehlten den Volkshochschulen im vergangenen Jahr mehr als acht Millionen Euro in den Kassen. Denn die Volkshochschulen sind abhängig von den Teilnahmegebühren - und viele Kurse fanden nicht statt. So blieb das Geld weg. Zu zwei Dritteln finanzieren sich die Volkshochschulen - nach Angaben des Landesverbandes der Volkshochschulen Schleswig-Holsteins e. V. - aus Teilnahmeentgelten und Einnahmen aus Auftragsmaßnahmen. Der Rest des Geldes kommt von Kommunen, Kreisen und dem Land.

Nicht alle Angebote im Digitalen möglich

Retten konnten auch digitale Corona-Angebote die Finanzen nicht. Immerhin haben sich, nach Angaben der VHS, die online durchgeführten Unterrichtsstunden im letzten Jahr verdoppelt. Doch nicht alle Angebote ließen sich - nach Angaben der Volkshochschulen - digital fortführen. Mitunter waren die Kursinhalte hierfür ungeeignet oder es mangelte an der technischen Ausstattung der Beteiligten. Daher wurden zahlreiche Angebote vorübergehend unterbrochen oder ganz abgesagt.

Unterbrochene Fortbildungen und Kurzarbeit

Die Folgen: Viele Teilnehmer mussten eine begonnene Fortbildung unterbrechen, Honorar-Dozenten fielen wichtige Einnahmen weg und Beschäftigte wurden vielerorts in Kurzarbeit geschickt.

"Angespannte Lage"

"Die Lage bei Volkshochschulen und Bildungsstätten ist äußerst angespannt", bilanzierte dann auch Ernst Dieter Rossmann, Vorsitzender des Landesverbandes der Volkshochschulen Schleswig-Holsteins. Karsten Schneider, Direktor des vhs-Landesverbandes, verwies auf den Bildungsauftrag der Volkshochschulen. "In Folge der Pandemie drohen mehr Schulabbrüche, weshalb wir mehr jungen Menschen Chancen im zweiten Bildungsweg bieten müssen. Zudem gibt es aufgrund von Belastungen und Stress durch Auswirkungen der Pandemie einen gestiegenen Bedarf an präventiven Gesundheitsangeboten." In Volkshochschulen ließe sich das alles gut umsetzen. Laut Karsten Schneider wollen die Volkshochschulen aber auch künftig vermehrt digitale Angebote machen, die gerade bei jüngeren Erwachsenen gut angekommen seien.

 

VIDEO: Welche VHS-Veranstaltungen sind trotz Corona möglich? (4 Min)

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 18.06.2021 | 15:00 Uhr

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