Die Fahnen vor dem Rathaus in Kiel wehen auf halbmast. © dpa Bildfunk Foto: Wolfgang Schmidt

Auszubildende von Mast erschlagen: Neue Erkenntnisse

Stand: 02.12.2020 19:24 Uhr

Nach dem tragischen Tod einer 23-jährigen Auszubildenden auf dem Kieler Rathausplatz im August stehen die Ermittlungen vor dem Abschluss.

Der Kieler Oberstaatsanwalt Michael Bimler sagte am Mittwoch, dass die Aussagen aller 18 Augen- und 46 Ohrenzeugen vorliegen. Sie sahen und hörten demnach, wie der von einem 7,5-Tonner angefahrene Fahnenmast sofort abknickte und die Auszubildende an ihrem ersten Ausbildungstag erschlug. Die junge Frau hatte sich zu dem Zeitpunkt mit 50 weiteren neuen Azubis für ein Gruppenfoto versammelt. Auch ein weiteres Gutachten, dass den Unfall rekonstruiert, liegt nun vor. Demnach ist der Lkw-Fahrer rückwärts mit Schrittgeschwindigkeit von etwa fünf Kilometern pro Stunde gegen den Mast gefahren, der sofort wie ein Streichholz umknickte. Der Mast stürzte darauf hin um und erschlug die Auszubildende.

Staatsanwaltschaft prüft eine Mitschuld des Fahnenmast-Herstellers

Laut dem ersten Gutachten vom September lag bei dem abgebrochenen Mast eine Materialschwäche vor. Alle Fahnenmasten der gleichen Baureihe wurden daraufhin abgebaut. Die Staatsanwaltschaft prüft in dem Verfahren um fahrlässige Tötung daher auch ein mögliches Mitverschulden des Herstellers, sagte Bimler.

Die Kieler Staatsanwaltschaft hofft, die Ermittlungen noch im Januar abschließen zu können. Bis dahin soll auch die Frage geklärt sein, ob der Fahrer des 7,5-Tonners zu diesem Zeitpunkt an der Unfallstelle rangieren durfte und vom Beifahrer richtig eingewiesen wurde.

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