Stand: 02.08.2019 15:05 Uhr

Wolfsangriff: 13 Schafe verenden in Vrees

In Vrees (Landkreis Emsland) sind bei einem mutmaßlichen Wolfsangriff insgesamt 13 Schafe getötet worden. Wie NDR 1 Niedersachsen berichtet, fand der Halter auf der Weidefläche neun gerissene weiße Moorschnucken. Vier weitere Tiere waren so schwer verletzt, dass sie eingeschläfert werden mussten. DNA-Proben sollen nun klären, ob die Schafherde tatsächlich von einem Wolf angegriffen wurde.

Wolfsberater empfiehlt Schutzhunde

"Für den Schäfer ist das natürlich ein wahnsinnig schrecklicher Anblick", sagte Wolfsberater Gerd Hopmann. Außerdem bestehe natürlich die Angst, dass so etwas erneut passiert. Der Halter hatte vergeblich versucht, die insgesamt rund 600 Tiere mit einem 90 Zentimeter hohen Elektrozaun zu schützen. Wolfsberater Hopmann rät daher nun, die Tiere nachts in den Stall zu treiben oder Herdenschutzhunde anzuschaffen.

Halter müssen Unterhaltskosten tragen

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Wolfsberater Gerd Hopmann rät zur Anschaffung von Herdenschutzhunden.

Aufgrund der Größe der Herde wären nach Einschätzung des Experten bis zu acht Hunde nötig. Die Anschaffungskosten von jeweils rund 1.000 Euro würde das Land übernehmen, den Unterhalt der Tiere müsste der Halter nach derzeitiger Regelung jedoch selbst bezahlen. Futter, Unterbringung und Tierarztkosten würden laut Hopmann jährlich pro Hund weitere 1.000 Euro verschlingen. Das Umweltministerium erwäge derzeit, künftig auch diese Kosten zu übernehmen, so der Wolfsberater.

Landesjägerschaft weist Beobachtungsgebiet aus

Als Konsequenz aus der erneuten Attacke hat die Landesjägerschaft die Samtgemeinde Werlte und den angrenzenden Landkreis Cloppenburg zum Beobachtungsgebiet für den Wolf ausgewiesen. Nach Einschätzung von Hopmann sind aktuell bis zu 25 Wölfe im Emsland unterwegs.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 02.08.2019 | 17:00 Uhr

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