Eine Mutter hat ihr Kind auf dem Schoß und die beiden halten einen Corona-Schnelltest in den Händen. © dpa-Bildfunk Foto: Friso Gentsch

Selbsttests in Kitas: 19 Millionen Euro vom Land

Stand: 28.04.2021 11:54 Uhr

Das Land Niedersachsen setzt in den Kindertagesstätten auf freiwillige Tests. Die Kita-Kinder sollen sich schon bald zweimal wöchentlich selbst auf das Coronavirus testen können.

Das teilte die Landesregierung am Dienstag in Hannover mit. Dafür werden 18,7 Millionen Euro bereitgestellt, womit knapp vier Millionen Testkits beschafft werden sollen. In einem Modellprojekt hatten zwei Kindertagesstätten in Osnabrück im März getestet, ob Corona-Selbsttests den Alltag dort sicherer machen können. In Niedersachsen werden rund 208.000 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren in Kindergärten oder von Tagespflegepersonen betreut.

Kultusministerium: Noch kein Startdatum

Mit den beschafften Testkits können laut zuständigem Kultusministerium die Kinder dieser Altersgruppe für zwei Monate zweimal wöchentlich kindgerecht getestet werden. Wegen der Klärung praktischer Details gebe es noch kein genaues Startdatum, hieß es. In Kombination mit den Testmöglichkeiten für Beschäftigte und dem Fortschreiten der Impfungen des Kita-Personals seien die freiwilligen Kindertests ein weiterer Baustein, um Bildung und Betreuung sicherzustellen und verantwortungsvoll auszuweiten, sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD). Dies sei im Sinne der Kinder, der Familien und des Kita-Personals. Deswegen kümmere sich das Land um die Kindertests, auch wenn es die Kindergärten nicht selbst betreibe und nicht zum Organisieren der Testmöglichkeiten verpflichtet sei.

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50 Millionen für Tests an Schulen

Für kleine Kinder kommen verschiedene Varianten von Corona-Selbsttests infrage, dabei geht es um Abstriche in der Nase, Spuck- und Gurgel- oder sogenannte Lolli-Tests. Mit den Trägern der Kindergärten in Niedersachsen soll nun die Beschaffung und Verteilung der Tests koordiniert werden. Unter anderem die Grünen im Landtag hatten bereits länger Schnelltest-Möglichkeiten auch für Kita-Kinder gefordert. Unterdessen machte die Landesregierung am Dienstag 50 Millionen Euro frei für die Beschaffung weiterer Schnelltests für die Schulen sowie für Beschäftigte im Landesdienst.

Seit dem 12. April gilt Testpflicht

Seit dem 12. April gilt für alle Schüler und Schulbeschäftigte in Niedersachsen eine Testpflicht. Mittlerweile wurden fast zehn Millionen Tests an die Schulen verteilt, um flächendeckend den Bedarf an Tests für Schüler sowie Lehrkräfte zu decken. Auch als Arbeitgeber ist das Land verpflichtet, seinen Bediensteten wöchentliche Selbsttests anzubieten, sofern kein Homeoffice genutzt werden kann. Den Beschäftigten werden seit Anfang April Selbsttests zur Verfügung gestellt. Mittlerweile können Landesbedienstete auch zwei Tests pro Woche durchführen. Insgesamt wurden bisher knapp 35 Millionen Tests durch das Land Niedersachsen beschafft.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 28.04.2021 | 06:30 Uhr

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