Eine Frau betritt eine Filiale der Greensill Bank. © Picture Alliances Foto: Sina Schuldt

Geldanlage: Kommunen im Südwesten setzen eher auf Sicherheit

Stand: 26.04.2021 14:55 Uhr

Der mögliche Millionenverlust der Stadt Osnabrück bei der Greensill-Pleite zeigt das Dilemma von Kommunen: Mit Risiko auf Rendite setzen oder eine sichere Anlage - dafür mit Strafzinsen?

Diese Fragen muss sich jede Kommune stellen, die Geld etwa aus einer Stiftung anlegen will. Die Stadt Osnabrück setzte auf Rendite - und muss nun um 14 Millionen Euro bangen. Seit 2017 ist das Geld von Kommunen bei privaten Banken im Fall einer Pleite nicht mehr abgesichert. Also die sichere Variante wählen und zur Sparkasse oder der Volks- und Raiffeisenbank gehen? In Zeiten von Minuszinsen keine gewinnbringende Option - aber dafür eine leidlich sichere. Oder in den Worten von Nordhorns Kämmerer Markus Schlie: "Von daher bedarf es immer einer Überprüfung: Wie legen wir unter diesem Gesichtspunkt, nicht zu viel Negativzinsen zu zahlen, aber gleichzeitig das Geld sicher angelegt zu haben, unsere Gelder an?" Die Städte im Südwesten Niedersachsen gehen jedenfalls unterschiedlich vor. Die meisten legen kein Geld bei privaten Banken an - Sicherheit ist ihnen wichtiger. Nur Nordhorn und Melle haben aktuell auch Geld bei privaten Banken geparkt.

Nordhorn hofft auf niedrige Strafzinsen

Bad Bentheim hingegen vertraut auf die öffentlichen Banken - und denkt für die Zukunft zum Beispiel über einen Kommunalbausparvertrag nach. Nordhorn versucht mithilfe von Verhandlungsgeschick, die Negativzinsen klein zu halten. Gerade müsse aber man die schwierige Lage auf dem Finanzmarkt einfach akzeptieren, so Kämmerer Schlie - vor allem mit Blick auf den Verlust der Stadt Osnabrück.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 26.04.2021 | 15:00 Uhr

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