Stand: 19.09.2019 12:22 Uhr

Emlichheim: Sanierung des Bodens dauert Jahre

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Bis zu 220 Millionen Liter Lagerstättenwasser sind bei der Erdölförderung ins ausgetreten.

Die Sanierung nach dem Austritt von Lagerstättenwasser an der Erdölförderstelle in Emlichheim (Landkreis Grafschaft Bentheim) dauert länger als gedacht. Nach Angaben des Landesamtes für Bergbau, Geologie und Energie (LBEG) könnte es vier Jahre dauern, bis der Boden gereinigt ist - und damit genauso lang, wie kontaminiertes Wasser aus einer undichten Leitung ausgetreten ist.

Wintershall Dea: Keine Gefahren für Mensch und Natur

Ende Juli war bekannt geworden, dass an dem Bohrfeld des Erdölförderers Wintershall Dea bis zu 220 Millionen Liter Lagerstättenwasser ausgetreten waren. Ab einer Tiefe von rund 100 Metern ist das Erdreich mit dem Wasser belastet. Der Boden habe sich damit wie ein Badeschwamm vollgesogen, sagte ein LBEG-Sprecher. Ergebnisse von Wasseruntersuchungen zeigten aber, dass durch den Austritt keine Gefahren für Menschen, Tiere und Pflanzen bestünden, teilte Wintershall Dea mit. Um das Erdreich zu sanieren, will das Unternehmen die jetzige Bohrstelle zu einem Sanierungsbrunnen umbauen und per Unterdruck das versickerte Lagerstättenwasser an die Oberfläche holen. Zusätzlich sollen weitere Bohrungen und Pumpen installiert werden.

Sanierung soll Anfang Oktober beginnen

Um den mittransportierten Sand vom Lagerstättenwasser frei zu spülen, könnten rund eine Milliarde Liter Grundwasser nötig sein, heißt es vom LBEG. Eine Gefahr, dass sich dadurch der Grundwasserspiegel senkt, sieht das LBEG nicht. Für weitere Kontrollen würden jedoch Messstellen eingerichtet. Wintershall Dea wird voraussichtlich Anfang Oktober mit den ersten Pumpversuchen beginnen - bis dahin muss das Konzept dafür beim LBEG vorliegen.

Lagerstättenwasser

  • Lagerstättenwasser entsteht bei der Förderung von Erdöl. Bei den Bohrungen in Emlichheim besteht es aus Wasser, gelösten Salzen, Resten von Kohlenwasserstoffen und geringen Mengen Schwermetall.
  • Nach Angaben von Andreas Sikorski, Präsident des Landesamts für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), besteht keine akute Gefahr für die Menschen in der Region. Im Abstrombereich der Bohrung werde kein Trinkwasser gewonnen, teilte das LBEG mit.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 19.09.2019 | 12:00 Uhr

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