Ein Mann sitzt an Spielautomaten im Misburger Spielzentrum. © dpa

Aktionstag gegen Glücksspiel: Diakonie berät landesweit

Stand: 29.09.2021 20:51 Uhr

Laut Diakonie in Niedersachsen sind 45.000 Menschen im Land süchtig nach Glücksspiel. Mit dem bundesweiten Aktionstag am letzten Mittwoch im September will die Diakonie gefährdeten Menschen helfen.

An diesem Aktionstag hat die Diakonie auf Auto- und Rasthöfen unter anderem in Osnabrück und Göttingen Aufklärungsarbeit geleistet. Mitarbeitende der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention verteilten Info-Tüten an Lkw-Fahrer und sprachen diese konkret an. Eine Spedition aus Göttingen nahm für ihre Fahrerinnen und Fahrer 90 Tüten entgegen. In Hannover beteiligten sich Suchthelferinnen und -helfer an einer Demonstration durch die Innenstadt.

Lange Pausen, einfacher Zugang

"Keine Autobahnraststätte ohne Geldspielgeräte und kein Autohof ohne angeschlossene Spielstätte - diese Angebote sind besonders für Lkw-Fahrende, die auf ihrer Tour lange Pausenzeiten überbrücken müssen, verführerisch", sagte Kristin Otte von der Göttinger Fachstelle. Doch die Gefahr lauere auch an anderer Stelle. Viele Fernfahrerinnen und Fernfahrer trügen mit dem Smartphone immer ein Spielgerät mit sich. Da ließe es sich im Stau schnell mal Sportwetten setzen und auf Glücksspiel-Apps zocken. "Wir wollen auf die Risiken aufmerksam machen und auf unterschiedliche Beratungsangebote hinweisen", sagte Otte.

Mit der Spielsucht steigt die Unfallgefahr

Im Westen war die Diakonie auf dem Autohof Osnabrück-Hafen unterwegs. Suchttherapeutin Nicole Müller sagte im Gespräch mit dem NDR in Niedersachsen, dass durch Glücksspielsucht bei Lkw-Fahrern das Unfallrisiko auf den Autobahnen steige. In ihrer Beratung seien viele Fernfahrer, die über Unfälle und Beinah-Unfälle berichteten. Die Konzentration lasse nach, es komme zu Fahrfehlern - und in der Folge zu schweren Kollisionen.

Glücksspiel mit großem Leid verbunden

Die Initiatoren der Demonstration in der Landeshauptstadt kritisieren den neuen Glücksspielstaatsvertrag, der im Juli 2021 in Kraft getreten ist. Damit seien neue Anreize geschaffen worden, Glücksspiel anzubieten. Glücksspielsucht sei die teuerste Sucht und für die Betroffenen und ihr Umfeld mit großem Leid verbunden.

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Das historische Rathaus von Osnabrück. © Stadt Osnabrück, Referat Medien und Öffentlichkeitsarbeit Foto: Dr. Sven Jürgensen
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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 29.09.2021 | 15:00 Uhr

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