Stand: 23.04.2020 19:58 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Windpark-Unternehmen: Lies lobt Enercon und EWE

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) begrüßt die Pläne des Oldenburger Energiekonzerns EWE und des angeschlagenen Auricher Windenergieanlagen-Herstellers Enercon, ein gemeinsames Unternehmen zu gründen. "Dieser neue Top-Player in der Energiewirtschaft signalisiert ein klares Bekenntnis zur Windenergiebranche gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten", sagte Lies. "Damit wird nicht nur der Wirtschaftsstandort Niedersachsen insgesamt gestärkt. Ich erwarte auch einen Schub für Arbeitsplätze in der Windbranche ebenso wie in der Zulieferindustrie."

Gründung Ende des Jahres?

Die geplante Gründung hatte EWE und die Aloys-Wobben-Stiftung als Enercon-Alleingesellschafterin am Mittwoch gemeldet. Man sei jetzt verlobt, sagte ein EWE-Sprecher NDR 1 Niedersachsen. Ende des Jahres könne Hochzeit sein. Mit dem Joint Venture würde einer der größten deutschen Stromproduzenten mit Fokus auf erneuerbaren Energien entstehen.

Beteiligung zu gleichen Teilen

Ziel der geplanten Zusammenarbeit sei es, den Anteil erneuerbarer Energien deutlich und dauerhaft zu erhöhen. "Gemeinsam will man national sowie international weiteres Wachstum generieren", hieß es. Das neue Unternehmen soll alle bestehenden Windparks von EWE und Enercon gemeinsam betreiben. Nach derzeitigem Stand würde das Gemeinschaftsunternehmen rund 2.500 Megawatt aus Bestandsanlagen sowie eine Projektpipeline von rund 2.300 Megawatt umfassen. Dem Plan zufolge sollen beide Partner zu gleichen Teilen am Gemeinschaftsunternehmen beteiligt sein. Die unternehmerische Führung solle bei EWE liegen.

Außerdem sollen neue Anlagen an Land entworfen, gebaut und betrieben werden. Die Windparks der beiden Konzerne liefern grünen Strom für rund zweieinhalb Millionen Haushalte. Durch den Ausbau sollen weitere zwei Millionen dazukommen. Damit würde das neue Unternehmen zu den drei größten in der Windkraftbranche gehören.

Lies sicher Unterstützung der Regierung zu

"Das klare Bekenntnis zum Ausbau der Windenergie muss damit auch zu einem klaren Bekenntnis zu den Produktionsstandorten und für die Beschäftigten in Niedersachsen sein", sagte Minister Lies. Mit dem Zusammenschluss mache Niedersachsen "einen großen Schritt vorwärts hin zum Ziel, Energieland Nummer 1 in Deutschland zu werden", so Lies weiter. Beiden Energiepartnern sicherte er die Unterstützung der gesamten Landesregierung zu.

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Enercon: Neuausrichtung ist wichtiger Baustein

Die Zeitpunkt der geplanten Zusammenarbeit überrascht, da die Windkraftbranche in Deutschland in einer Krise steckt. Betroffen davon ist auch Enercon: Der einstige Branchenprimus rechnet mit 3.000 Stellen, die er mittelfristig streichen muss. Bei der Neuausrichtung des angeschlagenen Konzerns soll die Zusammenarbeit mit EWE helfen. Diese sei ein wichtiger Baustein, um den Konzern neu auszurichten, sagte Heiko Janssen, Vorstandsvorsitzender der Aloys-Wobben-Stiftung. EWE-Chef Stefan Dohler verwies darauf, dass der Ausbau der Windenergie für EWE ein zentrales strategisches Wachstumsfeld sei. Durch die Zusammenarbeit mit Enercon solle weiterer Schub hinzukommen.

"Ergebnisziele übererfüllt": EWE stellt Geschäftsbericht vor

Sein Unternehmen EWE stellte derweil am Donnerstag den Bericht für das Geschäftsjahr 2019 vor. "Wir haben unsere Ergebnisziele in allen wesentlichen operativen Segmenten erreicht oder übererfüllt", sagte Dohler. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern lag mit 455,9 Millionen Euro um knapp 21 Prozent über dem Vorjahresergebnis. Der Umsatz war mit rund 5,7 Milliarden Euro etwa so hoch wie in 2018. Und auch wenn die Corona-Krise nicht spurlos an dem Unternehmen vorübergehen wird, blicken die Oldenburger optimistisch in die Zukunft und setzen weiter auf Kooperationen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 23.04.2020 | 12:00 Uhr

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