Stand: 04.06.2020 14:30 Uhr

Windanlagenbauer: IG Metall kritisiert Enercon

Enercon-Schild © NDR Foto: Screenshot
Enercon will Standorte verkaufen und weitere Jobs abbauen. (Themenbild)

Die IG-Metall Leer-Papenburg kritisiert die Ankündigung des Windkraftanlagenbauers Enercon, weitere Stellen zu streichen. Das berichtet NDR 1 Niedersachsen. Es sei ein schwerer Schlag für die Region und sorge für zusätzliche Unsicherheit bei den Angestellten. Dass der Konzern die Jobs nach und nach abbaut, sei für die IG Metall "berechnende Taktik". In der vergangenen Woche war Enercon bereits in Kritik geraten, weil der Konzern überraschend das Urlaubsgeld gestrichen hatte.

Unternehmen will wettbewerbsfähiger werden

"Wir werden in der Enercon-Gruppe um einen weiteren Stellenabbau nicht herumkommen", sagte der für den Umbau engagierte Manager Martin Prillmann der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) am Mittwoch. Der Stellenabbau sei nötig, um die "Kosten im Anlagenbau auf ein wettbewerbsfähiges Niveau zu bringen". Zudem kündigte Prillmann an, einzelne Standorte und das damit verbundene Geschäft an externe Investoren abzugeben. Konkretere Angaben machte er allerdings nicht.

Finanzierung in Milliardenhöhe gesichert

Unterdessen hat sich der Windkraftanlagen-Hersteller inmitten seines Umbaus mit Banken auf eine neue Finanzierung in Milliardenhöhe geeinigt. Diese Finanzierung zeige das Vertrauen der Banken in den Umbau des Unternehmens und sei insbesondere für größere Onshore-Projekte im Ausland wichtig, sagte ein Sprecher.

Nachfrage in Deutschland schwächelt

Bereits im vergangenen Jahr hatte Enercon den Abbau von bis zu 3.000 Arbeitsplätzen angekündigt. Als Begründung führte das Unternehmen eine schwächelnde Nachfrage in Deutschland an. Ein Enercon-Sprecher betonte, dass es sich bei dem jetzt angekündigten Schritt um einen Stellenabbau im Zuge des bereits angekündigten Umbaus handele. Bei der bisher kommunizierten Zahl von bis zu 3.000 Stellen, die betroffen sein könnten, handele es sich um eine "vorsichtige Schätzung". Die abschließende Zahl sei noch nicht bekannt.

Enercon will internationaler werden

Der Konzern will sich nun verstärkt auf Märkte in Europa, Asien und Südamerika konzentrieren, sagte Enercon-Finanzchef Thomas Cobet der FAZ. Da die Fertigung teilweise vor Ort erledigt werden muss, gehe das zulasten mehrerer Zulieferbetriebe in Deutschland. Zum neuen Aufbau der Geschäfte gehört auch ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Energieversorger EWE aus Oldenburg, über das noch verhandelt wird.

Weitere Informationen
Windräder in Ostfriesland. © dpa picture alliance

Windpark-Unternehmen: Lies lobt Enercon und EWE

EWE und Enercon wollen ein gemeinsames Windkraftunternehmen gründen. Ein klares Bekenntnis zur Windenergie, sagt Umweltminister Lies und spricht schon von einem "neuen Top-Player". (23.04.2020) mehr

Drei Windräder stehen unter leicht bewölktem Himmel. © NDR Foto: Julius Matuschik

WEC-Turmbau: Zukunft von Emder Werk gesichert

Der Windkraftanlagen-Zulieferer WEC-Turmbau muss nicht schließen. Der Hauptkunde Enercon will die Zusammenarbeit fortsetzen und Teile in Emden bestellen. (21.04.2020) mehr

Ein Windrad
5 Min

Enercon-Krise: Wie sieht die Zukunft aus?

Der Branchenriese Enercon stellt die Rotorblattproduktion in Deutschland ein. Viele Arbeitsplätze, auch bei Zulieferern, fallen weg. Wie viele können aufgefangen werden? 5 Min

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 04.06.2020 | 13:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus der Region

Gelände der Elsflether Werft mit Kränen. © picture alliance/Mohssen Assanimoghaddam/dpa Foto: Mohssen Assanimoghaddam

Makler sucht Käufer für Elsflether-Werft-Gelände

95.000 Quadratmeter Grundstück, Gebäude und Anlagen müssen weg. Der Verkaufserlös fließt in die Insolvenzmasse. mehr

Ein Fahrzeugwrack befindet sich nach einem Unfall nahe Ahlhorn (Landkreis Cloppenburg) auf der Fahrbahn. © NonstopNews

62-jährige Beifahrerin stirbt bei schwerem Unfall auf B213

Der Unfall ereignete sich am Donnerstag nahe Ahlhorn. Der Fahrer des Pkw wurde schwer verletzt in eine Klinik gebracht. mehr

Der Eingang der Kunsthalle in Emden. © NDR Foto: Oliver Gressieker

Kunsthalle Emden: Bund gibt 30 Millionen Euro für Sanierung

Die Mittel seien bewilligt, hieß es aus dem Bundestag. Damit fördert der Bund Modernisierung und Anbau komplett. mehr

Dieter Burdenski © Witters Foto: Witters

Dieter Burdenski: Rekordmann und Torwart-Ikone

444 Mal hat Dieter Burdenski in der Bundesliga das Tor von Werder Bremen gehütet und ist damit Rekordspieler der Hanseaten. Viele Titel heimste "Budde" allerdings nicht ein. mehr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen