Eine menschenleere Straße in einem Wohngebiet. © Nord-West-Media TV

Wesermarsch: Menschen halten sich an Ausgangssperre

Stand: 17.02.2021 13:04 Uhr

Wegen der hohen Corona-Zahlen gilt im Landkreis Wesermarsch seit Dienstagabend eine nächtliche Ausgangssperre. In der ersten Nacht gab es nach Angaben der Polizei lediglich neun Verstöße.

"Bezogen auf die Einwohnerzahl von rund 90.000 sind wir damit durchaus zufrieden", sagte eine Polizeisprecherin am Mittwochmorgen. Die neun Personen, die nach 21 Uhr von den Beamten auf der Straße angetroffen wurden, hätten sich größtenteils einsichtig gezeigt. Lediglich ein 37-jähriger Mann in Ovelgönne habe seinen Unmut über die Kontrolle lautstark zum Ausdruck gebracht, so die Sprecherin. Gegen alle Betroffenen wurden Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Sie erwartet nun ein Bußgeld. Größere Zusammenkünfte von Menschen seien nicht festgestellt worden. Die Sprecherin kündigte an, dass auch in den kommenden Nächten Teams von verschiedenen Polizeidienststellen das Einhalten der Ausgangssperre kontrollieren werden.

Inzidenzwert sinkt wieder

Die Regelung gilt zunächst eine Woche lang in der Zeit von 21 Uhr bis fünf Uhr morgens. Am Mittwoch ging die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Wesermarsch nach Angaben des Landesgesundheitsamtes weiter auf 215,6 zurück. Am Dienstag hatte der Wert noch bei 239,3 gelegen. Die hohen Zahlen sind nach Behördenangaben auf die Situation in Einrichtungen wie Krankenhäusern, Senioren- und Behinderteneinrichtungen und auf einen Ausbruch in einem Verbrauchermarkt zurückzuführen, aber auch auf die Nichteinhaltung der Kontaktbeschränkungen im privaten Umfeld.

Landrat: "Kontakte und Aktivitäten auf Minimum reduzieren"

Der Umriss von Norddeutschland und Virensymbole - der Landkreis Wesermarsch ist markiert. © panthermedia Foto: lamianuovasupermai
Der Landkreis Wesermarsch gilt als Corona-Hotspot.

Der Landrat des Landkreises, Thomas Brückmann (parteilos), richtete sich mit einem Appell an die Bevölkerung. Die Menschen sollten "so weit wie möglich soziale Kontakte vermeiden, so schwer dies im Einzelfall auch fallen mag", sagte Brückmann. Er forderte die Bewohner des Landkreises auf, sich an die Abstandsregeln zu halten und nach Möglichkeit eine FFP2-Maske zu tragen. Außerdem sollten die Menschen die allgemeinen Hygieneregeln einhalten und alle Aktivitäten außerhalb der eigenen vier Wände auf ein absolutes Minimum reduzieren. "Nur so ist gewährleistet, dass wir schnellstmöglich diese sehr einschneidenden Maßnahmen wieder außer Kraft setzen können", machte der Landrat deutlich. Den Präsenzunterricht an den Schulen hat der Landkreis vorerst bis zum Ende der Woche abgesagt. Die Schülerinnen und Schüler lernen ausschließlich zu Hause im Distanzunterricht. Es gibt aber weiterhin eine Notbetreuung.

Videos
Eine Frau mit Mundschutz sitzt auf einer Bank.
2 Min

Corona kompakt: Ausgangssperre für Landkreis Wesermarsch

Mit 254 erreicht der Landkreis deutschlandweit den zweithöchsten Inzidenzwert. Und: Hausärzte dürfen sich eher impfen lassen. 2 Min

Kritische Marke überschritten

Bereits am Sonnabend hatte der Landkreis Wesermarsch den kritischen Inzidenz-Wert von 200 deutlich überschritten. Wie das Landesgesundheitsamt mitteilte, lag er bereits am Samstagmorgen bei 231,4 Corona-Neuinfektionen auf 100.000 Menschen innerhalb von sieben Tagen. Am Sonntag waren es dann 245, am Montag wurde auch die 250er-Marke überschritten. Damit hatte der Landkreis Wesermarsch den höchsten Wert in Niedersachsen und nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) am Montag den bundesweit zweithöchsten Wert nach dem bayerischen Landkreis Tirschenreuth (Inzidenz 316,5).

Mit Ausgangssperren haben in Niedersachsen zuvor auch die Grafschaft Bentheim und der Landkreis Gifhorn versucht, ihre hohen Ansteckungsraten zu senken.

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 17.02.2021 | 15:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus der Region

Eine Person sitzt in einer S-Bahn mit einer Maske auf, bei ihrem Spiegelbild fehlt die Maske. © picture alliance/imageBROKER Foto: Michael Weber

Ein Jahr Corona in Niedersachsen: Vom ersten Fall zum Alltag

Am 29. Februar 2020 wird zum ersten Mal das damals neuartige Coronavirus in Uetze registriert. Ein Blick zurück. mehr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen