Stand: 29.10.2019 14:50 Uhr

Weitere Finanzspritze für Klinikum Oldenburg

Das finanziell angeschlagene Klinikum Oldenburg soll eine größere Finanzhilfe von der Stadt bekommen, als bisher geplant. Das hat am Montagabend der Rat der Stadt einstimmig beschlossen. Der Rat der Stadt Oldenburg hat nach Information von NDR 1 Niedersachsen bewilligt, dass der bereits bestehende Kreditrahmen um weitere 15 Millionen Euro erhöht wird. Das bedeutet, dass die Stadt dem Klinikum nun 39 Millionen Euro als Finanzhilfe bereitstellen kann. Das Klinikum war neben dem Delmenhorster Klinikum einer der Tatorte des verurteilten Ex-Krankenpflegers Niels Högel.

Seit 2017 rote Zahlen

Das Klinikum gehört der Stadt Oldenburg und war 2017 in die roten Zahlen gerutscht - so wie viele andere Kliniken in Deutschland auch. Laut "Krankenhaus Rating Report" des Wirtschaftsinstituts RWI Essen verbuchten 28 Prozent der Krankenhäuser im Jahr 2017 einen Verlust - 2016 hätten nur 13 Prozent der Kliniken rote Zahlen geschrieben. Gründe für diese Entwicklung seien unter anderem der Rückgang der stationären Fallzahlen und der Mangel an Fachkräften, hieß es. Als problematisch gelten zudem die ungünstigen Strukturen wie eine hohe Standortdichte und fehlende Spezialisierung.

Kritik am Klinikchef

In Oldenburg wurde dem ehemaligen Klinik-Chef Dirk Tenzer außerdem schwere Management-Fehler vorgeworfen - und seine Zeugenaussage im Högel-Prozess. Tenzer hatte zwar von sich gewiesen, wichtige Informationen zurückgehalten zu haben, verließ aber schließlich das Klinikum.

2023 wieder schwarze Zahlen?

Mit dem Geld der Stadt soll das Klinikum das Defizit ausgleichen - das Klinikum muss der Stadt das Geld allerdings zurückzahlen. Die Stadt Oldenburg musste im ersten Halbjahr bereits mehr als 30 Millionen Euro zuschießen. Das Klinikum selbst geht in einer Stellungnahme davon aus, dass es ab dem Jahr 2023 schwarze Zahlen schreibt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 22.10.2019 | 13:30 Uhr

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