Stand: 19.06.2018 15:39 Uhr

Weener: Neue Friesenbrücke soll 2024 fertig sein

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Als Ersatz für die Friesenbrücke plant die Bahn nach eigenen Angaben die größte Drehbrücke Europas.

Die zerstörte Friesenbrücke soll bis 2024 durch die größte Drehbrücke Europas ersetzt werden. Das hat die Deutsche Bahn am Montagabend bei einer Informationsveranstaltung in Westoverledingen (Landkreis Leer) mitgeteilt. Der drehbare Teil soll demnach eine Spannweite von 142 Metern haben und für Schiffsbreiten von bis zu 56 Metern wie im Panama-Kanal ausgelegt sein. Die geschätzten Kosten liegen bei 66 Millionen Euro. Die Papenburger Meyer Werft geht nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen sogar von 80 Millionen aus - und die Finanzierung soll noch nicht vollständig gesichert sein.

Bei Klagen drohen weitere Verzögerungen

Im Idealfall soll die Brücke bis 2024 fertig sein. Dieser Plan ist allerdings nur vorläufig, denn die Bahn erwartet ein umfangreiches Planfestellungsverfahren, das im Herbst kommenden Jahres beginnen soll. Ob der Emsboden den Brückenneubau überhaupt trägt, ist noch nicht ganz klar. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung soll zeigen, wie sich der Bau und der Betrieb auf Flora, Fauna, Fluss und Mensch auswirken. Zudem drohen Klagen von Umweltverbänden, denn die künftige Großbaustelle liegt in einem Vogelschutzgebiet. In diesem Fall sei der Zeitplan nicht einzuhalten, so ein Bahnsprecher gegenüber NDR 1 Niedersachsen.

Bürgermeister: "Es wird laufen."

Westoverledingens Bürgermeister Theo Douwes (parteilos) zeigte sich nach der Informationsveranstaltung zuversichtlich. "Ich finde es gut, dass die betroffenen Verbände beteiligt werden", sagte er. "Möglicherweise kommt man so um Klageverfahren und Einzelfallsituationen herum. Es wird laufen."

Kosten: Deutlich mehr als 50 Millionen Euro

Im Dezember 2015 hatte der Frachter "Emsmoon" die Friesenbrücke an der Ems bei Weener gerammt und schwer beschädigt. Die Bahn hatte danach mehr als ein Jahr lang an Plänen für eine Reparatur gefeilt, bis die Meyer Werft den Vorschlag für einen modernen Neubau als Drehbrücke machte. Damit ließen sich Schiffsneubauten einfacher an die Nordsee überführen, so das Argument.

Anwohner sorgen sich um Lärm und Schmutz

Viele der bei der Informationsveranstaltung anwesenden Anwohner sorgten sich auch wegen der voraussichtlichen Belastung durch Lärm und Schmutz während der Bauarbeiten. Die Bahn will daher nun unter anderem prüfen, ob sich Materialtransporte teilweise per Bahn und Schiff anstatt über die Straßen in der Umgebung abwickeln lassen. Seitdem das Frachtschiff die Brücke gerammt hat, fahren in der Region keine Züge mehr zwischen Deutschland und den Niederlanden. Fahrradfahrer und Fußgänger müssen Umwege in Kauf nehmen. Auch die von der Meyer Werft geplante Fähre über die Ems bei Weener hatte sich zuletzt zu einer unendlichen Geschichte entwickelt: Für einen Start an Pfingsten geplant, wird sie wohl nicht vor Ende Juni eine Ems-Überquerung ermöglichen. Das sorgt vor allem bei Pendlern für Unmut.

Weitere Informationen

Friesenbrücke: Althusmann befürchtet Verzögerungen

Niedersachsens Wirtschaftsminister Althusmann hat Zweifel, dass der Neubau der Friesenbrücke in Weener bis 2024 fertiggestellt werden kann. Grund seien Verzögerungen im Planverfahren. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 19.06.2018 | 17:00 Uhr

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