Stand: 07.08.2019 08:20 Uhr

Wandernotfälle im Watt sind vermeidbar

Auf einmal kommt das Wasser zurück: Immer wieder passiert es, dass unerfahrene Urlauber bei einer Wattwanderung gerettet werden müssen. So erst am Montag, als eine Urlauberin und ihre Tochter in Hooksiel (Landkreis Friesland) von der Flut überrascht wurden. Am Tag zuvor musste vor Schillig im Wangerland ein Hubschrauber einen Vater mit zwei Töchtern in Sicherheit bringen. Am Freitag hatten Rettungskräfte ein Ehepaar mit Pferden aus dem Watt bei Cuxhaven befreit. Die Tiere weigerten sich, weiterzulaufen. Am Ende standen die Reiter im Dunkeln bis zur Brust im Wasser. Dabei sind viele Notfälle beim Wattwandern nach Einschätzung von Rettungskräften vermeidbar.

Die Wattführer Joke Pouliart und Gerke Enno Ennen knien im Schlick. © NDR

Durch den Spiekerooger Schlick mit den Watt-Profis

Nordseereport -

Die Wattführer Joke Pouliart und Gerke Enno Ennen machen eine Erkundungstour durch das Watt zwischen Harlesiel und Spiekeroog. Wie haben sich die Priele und der Untergrund verändert?

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Priele können gefährlich werden

Tim Schriemer, Rettungsschwimmer und Einsatzleiter der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) im Landkreis Friesland, kennt die Probleme: "Die Menschen sind zu weit draußen im Watt und werden vom auflaufenden Wasser überrascht." Er empfehle, nur so weit ins Watt zu gehen, dass man in zehn Minuten bei normalen Tempo wieder ans Ufer kommen kann. Für längere Wanderungen raten alle Experten von DLRG, Wasserschutzpolizei und Seenotrettung, nur mit Wattführern ins Wattenmeer zu gehen. Denn die Gefahren seien zu schwer einzuschätzen, sagt Christoph Plaisier von der DLRG in Cuxhaven. Schlickfelder könnten den Weg versperren, Priele zu reißenden Flüssen werden. Auch Seenebel sei eine Gefahr.

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Andere über die Route informieren

Wer aber partout ohne erfahrene Wattführer geht, müsse sich zuvor informieren, wann Ebbe und Flut sind, sagt Rettungsschwimmer Schriemer. Nötig sei auch die richtige Ausrüstung mit warmer Notfallkleidung, Essen und Trinken. Geht doch etwas schief, helfen Handy oder auch Trillerpfeifen, um auf sich aufmerksam zu machen. Auch sei es immer sinnvoll, anderen an Land vorher zu sagen, welche Route man gehen will, sagt Plaisier. Sind die Wanderer überfällig, kann der Kontakt an Land Alarm auslösen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 07.08.2019 | 08:30 Uhr

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