Stand: 15.05.2018 22:20 Uhr

Verfahren gegen Frachter-Kapitän vor Einstellung?

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg wird das Verfahren gegen den Kapitän der "Glory Amsterdam" voraussichtlich einstellen. Das teilte eine Sprecherin dem NDR mit. Gegen den 48-jährigen chinesischen Kapitän wird wegen des Verdachts der Gefährdung des Schiffsverkehrs ermittelt. Offensichtlich fehlen dafür aber Belege. Langeoogs Bürgermeister Uwe Garrels (parteilos) äußerte die Hoffnung, dass die Havarie der "Glory Amsterdam" trotz der Entscheidung der Staatsanwaltschaft aufgeklärt wird.

Odyssee auf der Nordsee

Die "Glory Amsterdam" hatte sich Ende Oktober 2017 während eines Sturms von ihrem Ankerplatz bei Helgoland losgerissen. Dem Havariekommando mit Sitz in Cuxhaven gelang es nicht, eine Schleppverbindung herzustellen. Nach mehreren gescheiterten Schleppversuchen lief der Frachter rund zwei Kilometer vor Langeoog auf Grund. Erst nach mehreren Tagen konnte er nach Wilhelmshaven geschleppt werden. Der Chef des Havariekommandos hatte damals schwere Vorwürfe erhoben: Die Crew habe sich geweigert, Hilfe anzunehmen. Bemängelt wurden auch die angeblich mangelhaften Englischkentnisse des Kapitäns. Das Havariekommando hatte daraufhin Anzeige erstattet.

Heftige Kritik am Sicherheitskonzept

Es folgten weitere Vorwürfe: Der Landkreis Wittmund und die Bürgermeister der Ostfriesischen Inseln kritisierten das Sicherheitskonzept bei Havarien. Dieses müsse dringend verbessert werden, um eine Ölpest im Nationalpark Wattenmeer zu verhindern. Die "Glory Amsterdam" war bei der Havarie unbeladen, hatte aber fast 2.000 Tonnen Treibstoff an Bord.

SOS an Bord: Schiffsunglücke in Niedersachsen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 16.05.2018 | 06:30 Uhr

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