Mehrere Trecker fahren bei aufgehender Sonne eine Straße entlang (Luftaufnahme). © TV Elbnews

Trecker-Protest gegen Ausweitung von Naturschutzgebiet

Stand: 03.05.2021 17:32 Uhr

Mit einer Trecker-Sternfahrt haben Bauern aus dem Landkreis Aurich gegen die Ausweitung des Naturschutzgebietes Fehntjer Tief protestiert. Sie fordern einen finanziellen Ausgleich.

Wie der Landwirtschaftliche Hauptverein Ostfriesland mitteilte, beteiligten sich etwa 500 Bäuerinnen und Bauern mit rund 260 Treckern an der Protestaktion. Ziel der Trecker-Demo war ein Gasthof in Aurich-Middels, wo der Umweltausschuss des Landkreises am Montagnachmittag zu dem Thema tagte. Dort versammelten sich die Landwirte und Landwirtinnen zu einer Kundgebung. Laut Polizei kam es lediglich zu kleineren Verkehrsbehinderungen. Die Demonstration habe unter Einhaltung der Corona-Regeln stattgefunden, sagte eine Polizeisprecherin.

Streit um EU-Vorgaben

Das Naturschutzgebiet rund um das Gewässer Fehntjer Tief gehört zu den Landkreisen Aurich und Leer. Im "Niedersächsischen Weg" sei zwar vorgesehen, dass Bewirtschaftungseinschränkungen finanziell ausgeglichen würden, sagte der Vize-Präsident des Landesbauernverbandes Niedersachsen, Manfred Tannen. Aus der geplanten Schutzgebietsverordnung gehe dies aber nicht vollumfänglich hervor. "Damit ist eine rote Linie aus Sicht der Landwirtschaft überschritten", sagte Tannen. Hintergrund der Ausweitung des Gebietes sind Vorgaben der EU. Bereits im vergangenen Jahr hatten Bäuerinnen und Bauern im Landkreis Leer gegen die Pläne protestiert.

Videos
Luftaufnahme: Trecker stehen in sechs Reihen in einem Halbkreis.
3 Min

Landwirte kämpfen um ihr Weideland

Das Land Niedersachsen muss laut EU weitere Naturschutzgebiete ausweisen. In den Landkreisen Leer und Aurich befürchten die Bauern den Verlust von Flächen. (13.06.2020) 3 Min

"Wir werden quasi kalt enteignet"

Im Landkreis Aurich geht es um 1.700 Hektar Land, die nun auch Naturschutzgebiet werden sollen. Für die allein dort rund 50 betroffenen Landwirtinnen und Landwirte würde dies ihren Angaben zufolge mehrere Einschränkungen nach sich ziehen: Das Düngen müsste stark eingeschränkt werden und pro Hektar dürften nur noch maximal zwei Kühe weiden. Auch dürften sie die Weiden erst ab dem Sommer mähen. Auf der anderen Seite sollen die Bäuerinnen und Bauern aber die Flächen instand halten. "Wir erhalten dafür kaum finanziellen Ausgleich. Wir werden quasi kalt enteignet", sagte Jens Soeken, Sprecher der Landwirte, dem NDR in Niedersachsen.

Landschaftsschutzgebiet als Kompromiss?

Die Bäuerinnen und Bauern schlagen vor, die Areale nicht als Natur-, sondern als Landschaftsschutzgebiet auszuweisen. Dadurch könnten sie ihre Felder weiter bewirtschaften. Der Landkreis Aurich sieht da Probleme: Die EU würde dies möglicherweise nicht anerkennen, sagte ein Sprecher.

Weitere Informationen
Landwirte im Landkreis Leer protestieren mit Treckern dagegen, dass ihre Weiden als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden. © NDR Foto: Christina Gerlach

Moormerland: Bauern bangen um ihre Weiden

Im Landkreis Leer haben Landwirte mit 225 Schleppern protestiert. (13.06.2020) mehr

Jederzeit zum Nachhören
Blick auf den Lappan, das Wahrzeichen der Stadt Oldenburg. © NDR Foto: Julius Matuschik
7 Min

Nachrichten aus dem Studio Oldenburg

Was in Ihrer Region wichtig ist, hören Sie in dem Mitschnitt der 15.00 Uhr Regional-Nachrichten auf NDR 1 Niedersachsen. 7 Min

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 03.05.2021 | 15:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus der Region

Ein Ehepaar zeigt an der Rezeption eines Hotels einen Impfausweis vor. © dpa-Bildfunk Foto: Sina Schuldt

Tourismusbranche pocht auf weitere Öffnungen zu Pfingsten

Derzeit dürfen nur Gäste aus Niedersachsen beherbergt werden. Diese Regel macht vielen Betrieben schwer zu schaffen. mehr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen