Ein Mann nimmt Brot aus einem Schrank einer Foodsharing-Station in einem Gemeindezentrum. © dpa-Bildfunk Foto: Sina Schuldt

Thedinghausen: Zwei Frauen retten und verteilen Lebensmittel

Stand: 30.09.2021 06:52 Uhr

Eine bundesweite Aktionswoche wirbt für mehr Wertschätzung von Lebensmitteln. Auch zwei Mütter aus Thedinghausen und Emtinghausen im Landkreis Verden beteiligen sich.

Lebensmittel wegzuschmeißen, nur weil sie eine braune Stelle haben: Das geht Ivonne Alwin-Hübsch und Anja Pientka gehörig gegen den Strich. Sie lernten sich beim Retten von Lebensmitteln kennen und engagieren sich nun gemeinsam mit ihrem Verein "Essen für Alle". "Wir haben unser Augenmerk auf die Lebensmittelrettung gelegt und natürlich auch die Verteilung", sagt Alwin-Hübsch im Gespräch mit dem NDR in Niedersachsen. Außerdem informieren die beiden Frauen Kinder in Schulen und Kindergärten darüber, wann Lebensmittel trotz überschrittenem Mindesthaltbarkeitsdatum noch verwendet werden können - selbst wenn ein Apfel vielleicht eine braune Stelle hat.

Auch Kosmetika werden gerettet

Die Frauen, die jeweils mehrere Kinder haben, retten aber nicht nur Lebensmittel, sondern beispielsweise auch Kosmetika. "Wir nehmen grundsätzlich alles, was von den Unternehmen in die Tonne soll", so Alwin-Hübsch. "Nicht benutzte Deos zum Beispiel kann man selbstverständlich weiter benutzen, auch wenn die ursprüngliche Verpackung defekt ist."

Aktives Engagement statt Bezugsscheine

Lebensmittel-Retterinnen aus dem Landkreis Verden Anja Pientka (rechts) und Ivonne Alwin-Hübsch. © NDR Foto: Maren Momsen
Ivonne Alwin-Hübsch (l.) und Anja Pientka retten Lebensmittel vor der Mülltonne.

Alwin-Hübsch und Pientka holen ihre Spenden bei festen Partnern - bei Discountern, Gärtnereien, aber auch Landwirten. Überall dort, wo Lebensmittel und Produkte sonst in die Tonne wandern würden. Ihre mittlerweile 300 Mitstreiter brauchen - anders als bei den Tafeln - keine staatlichen Bezugsscheine. Aber alle müssen sich selbst an der Rettung beteiligen - entweder aktiv oder finanziell.

Feste Ausgabestelle gesucht

Über eine WhatsApp-Gruppe wird die Lebensmittel-Weitergabe organisiert, drei bis vier Euro kostet eine Portion geretteter Lebensmittel. Solange der Verein noch keine feste Ausgabestelle hat, werden die Waren von beiden Frauen direkt verteilt. "Momentan ist das noch bei uns zu Hause, aber das ist keine Dauerlösung", sagt Alwin-Hübsch. "Deshalb würden wird uns sehr freuen, wenn wir eine Scheune oder eine Garage bekommen könnten."

Weitere Informationen
Frau gibt Gemüse-Reste in die Mülltonne. © Pixavril/fotolia Foto: Pixavril

Initiativen gegen Lebensmittelverschwendung

Zahlreiche Initiativen und Vereine, aber auch die Bundesregierung haben sich zum Ziel gesetzt, der Lebensmittelverschwendung etwas entgegenzusetzen. Hier finden Sie hilfreiche Links. (07.11.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 29.09.2021 | 15:00 Uhr

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