Stand: 25.07.2020 10:05 Uhr

"Tag der Seenotretter" ins Internet verlegt

von Peter Becker
Seenotretter mit ihrem Equipment (Arrangement) aus der Vogelperspektive. © DGsRS
Virtuell kann auch heißen, sehr kreativ zu werden - die DGzRS macht's vor.

Seit mehr als 20 Jahren lädt die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) zum "Tag der Seenotretter" ein. Um ihre Mannschaften vor dem Corona-Virus zu schützen, hat die DGzRS die Veranstaltung am Sonntag komplett ins Internet verlegt. So können die Interessierten den 55 Stationen an Nord- und Ostseeküste einen virtuellen Besuch abstatten.

Einblicke, die es sonst nicht gegeben hätte

"Wenn die Leute nicht zu uns kommen können, dann kommen wir sozusagen zu ihnen nach Hause," sagte DGzRS-Sprecher Patrick Testa-Kreitz NDR 1 Niedersachsen. "Die Leute können sich per Smartphone, Tablet oder PC auf unseren Stationen und Seenotrettungskreuzern umsehen." Bei den virtuellen Rundgängen gebe es sogar Einblicke in Bereiche der Schiffe, die Besuchern bei einem realen Aufenthalt an Bord nicht zugänglich seien, so Testa-Kreitz. Aufnahmen zeigen zum Beispiel Stauräume für technische Geräte oder die Kammer des Vormanns.

Rettungseinsatz mit Lego-Figuren

Sobald die ehrenamtlichen und angestellten Besatzungsmitglieder erst einmal angefangen hatten, über die Inhalte der Videos nachzudenken, war ihre Kreativität offenbar kaum noch zu bremsen: So gibt es etwa Stopp-Motion-Filme zu sehen, in denen die ganze Ausrüstung eines Rettungskreuzers samt Mannschaft präsentiert wird. Oder auch einen Trickfilm mit einem Rettungseinsatz mit Lego-Figuren. Alles zusammengezählt können Fans der Seenotretter viele Stunden auf der Internetseite auf Entdeckungstour gehen.

Seenotretter hoffen auf Spenden

Die DGzRS hofft, dass dabei auch die Spendierhosen der Besucher im Netz locker sitzen, denn die Zahl der Rettungseinsätze sei - nach einem kurzen Rückgang während des Corona bedingten Herunterfahrens der Wirtschaft - nicht geringer geworden.

2019 haben die Seenotretter, die sich ausschließlich aus Spenden finanzieren, 2.140 Einsätze absolviert. Dabei haben sie auf Nord- und Ostsee genau 3.396 Menschen geholfen. Allein 351 Menschen wurden aus Seenot gerettet oder aus einer drohenden Gefahr auf See befreit.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 25.07.2020 | 09:30 Uhr

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