Stand: 01.07.2019 09:30 Uhr

Space Balls: Ein Meteorit namens "Cloppenburg"

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Der glückliche Finder: Hartmut Osterburg mit dem Meteoriten "Cloppenburg" an der Stelle, an der er ihn gefunden hat - in Cloppenburg.

Eigentlich will Hartmut Osterburg nur ein paar Steine für den Schulgarten sammeln, als er sich Mitte März 2017 auf den Weg zu einem Feld bei Cloppenburg macht. Dort, das weiß der 54-Jährige, der als Hausmeister an einer Schule arbeitet, laden Landwirte der Region Steine ab, die bei der Kartoffelernte stören. Ein kleiner Wall ist so entstanden. Osterburg stöbert ein bisschen und stößt bald auf einen kleinen Stein. Kleine Metall-Punkte, die wie Rost aussehen, fallen ihm auf. Und: Der Stein ist auffallend schwer. Das liegt daran, dass es sich um einen Meteoriten handelt. Aber das weiß Osterburg zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Hartmut Osterburg hält einen Stein in der Hand.

Stein in Cloppenburg entpuppt sich als Meteorit

Hallo Niedersachsen -

Bei der Suche nach Feldsteinen fand Schul-Hausmeister Hartmut Osterburg in Cloppenburg ein ganz besonderes Exemplar: Es stammt aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter.

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Stein ist "meteoritenverdächtig"

Er steckt das Fundstück ein und macht sich auf den Heimweg. Osterburg interessiert sich schon länger für Mineralien und steht auch in Kontakt mit Dieter Heinlein vom Feuerkugelnetzwerk des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Osterburg schickt Heinlein den Stein und der bittet ihn um Stillschweigen. Denn, so Heinlein in einer Mail an den Finder, der Stein sei "meteoritenverdächtig". Es dauert noch fast zwei Monate, bis endgültig feststeht, dass es sich tatsächlich um einen Meteoriten handelt. "Cloppenburg" heißt er nach seinem Fundort. Es ist erst der 49. Meteorit, der in Deutschland gefunden wird - der achte in Niedersachsen.

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... und so sieht ein viereinhalb Milliarden Jahre alter Meteorit aus.
Viereinhalb Milliarden Jahre auf dem Buckel

Das beeindruckendste an "Cloppenburg" ist sicherlich sein Alter. Viereinhalb Milliarden Jahre ist er alt, schätzen Experten. Wann er genau auf die Erde gefallen ist, steht nicht fest. Es könnte 100 Jahre her sein oder aber 4.000 Jahre. Fest steht dagegen laut DLR, dass es sich um einen sogenannten Chondrit vom Typ H4-5 handelt. "Chondriten sind die größte Meteoritenklasse. Er stamme, wie die meisten Meteoriten, höchstwahrscheinlich aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter", teilte das Institut mit. Im August 2017 dann der Ritterschlag: Ein Eintrag im Meteoritical Bulletin, der weltweiten Datenbank für registrierte Meteorite.

"Cloppenburg" zurück in Oldenburg

Osterburg hat seinen Schatz inzwischen Forscher Heinlein vermacht - im Tausch gegen zwölf andere Meteoriten und unter zwei Bedingungen: "Cloppenburg" darf nicht zerschnitten werden und immer, wenn "Cloppenburg" in Cloppenburg gefragt ist, muss er auch zur Verfügung stehen. Deshalb kommt Heinlein nun häufiger in den Nordwesten, zum Beispiel, wenn sich eine Schulklasse handfestes Anschauungsmaterial wünscht. Am Montag hat Heinlein Station in Oldenburg Station gemacht. Im Schlauen Haus berichtet er ab 19.30 Uhr von dem Sensationsfund aus Cloppenburg und von den anderen Meteoriten aus der Gegend, aus Benthullen und Oldenburg.

"Nur ein Fragment"

Die Region um Oldenburg hat offenbar eine besondere Anziehungskraft: In Benthullen bei Wardenburg wurde 1949 der bislang größte Steinmeteorit Deutschlands gefunden. Fast zwanzig Jahre zuvor, 1930, tauchten dazu zwei Bruchstücke des sogenannten Oldenburg-Meteoriten auf. Osterburg vermutet, dass es auch noch weitere Stücke von "Cloppenburg" gibt. "Das ist ja nur ein Fragment", sagte er NDR.de. Aber die Wahrscheinlichkeit, einen weiteren Bruchteil zu finden, sei so unwahrscheinlich, wie ein bestimmtes Korn in einer Zuckerdose zu finden. Den Wert seines Fundes hat er nie schätzen lassen. "Das wollte ich gar nicht wissen."

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 01.07.2019 | 19:30 Uhr

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