Stand: 24.10.2019 20:29 Uhr  - Niedersachsen 18.00

Preise für Äcker in Niedersachsen steigen stark

Für Landwirte wird es immer kostspieliger, einen Acker zu kaufen oder zu pachten. Der Grund: Die Preise für landwirtschaftliche Flächen sind in Niedersachsen seit 2009 um das 2,4-fache gestiegen. Besonders hoch sind sie in Südoldenburg: Im Landkreis Cloppenburg müssen durchschnittlich 80.000 Euro für einen Hektar Land hingeblättert werden, im Landkreis Vechta sogar fast 90.000 Euro. Nirgendwo sonst in Niedersachsen sind die Äcker so teuer wie hier.

Gülle und Bauboom als Gründe

Dass die Flächen in vielen niedersächsischen Kreisen rund doppelt so viel kosten wie im Bundesschnitt, liegt vor allem an der intensiven Viehhaltung und den zahlreichen Biogas-Anlagen in der Region. Die Landwirte brauchen das Ackerland nicht nur, um Futter oder Rohstoffe für die Biogasanlagen anzubauen, sondern auch, um Gülle oder Reststoffe loszuwerden. Erschwerend kommt hinzu, dass in einigen Kreisen durch den Bauboom immer weniger Flächen gibt. Auf diese Weise seien allein im Kreis Vechta in 15 Jahren über 10.000 Hektar für die Landwirte verloren gegangen, sagte Landvolk-Sprecher Christoph Friederich NDR 1 Niedersachsen.

Größte Steigerungen im Osten

Bundesweit verlief die Preisentwicklung nach Angaben des Statistischen Bundesamts sehr unterschiedlich. Am größten waren die Steigerungen in Mecklenburg-Vorpommern (auf das 2,9-fache) und Sachsen (2,7). Nach Bayern (2,6) ist in den alten Bundesländern Niedersachsen (2,4) am stärksten betroffen. Am geringsten kletterten die Preise für Äcker und Grünland dagegen in Hessen und Rheinland-Pfalz (jeweils 1,4). Vor allem in Ostdeutschland werden für die Entwicklung Investoren verantwortlich gemacht, die ihr Geld verstärkt in Agrarflächen stecken und so die Preise hochtreiben.

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Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 24.10.2019 | 18:00 Uhr

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