Stand: 19.08.2020 15:25 Uhr

Oldenburg: Mangelhafte Versorgung im Pflegeheim?

Eine Krankenschwester kümmert sich um eine Patientin und gibt ihr Zuwendung indem sie ihre Hand hält © picture alliance/JOKER Foto: Jörg Loeffke
Nach der Besuchspause habe eine Tochter ihre Mutter nach eigenen Angaben in einem ungepflegten Zustand vorgefunden. (Themenbild)

In Oldenburg soll die Bewohnerin eines Pflegeheimes mangelhaft versorgt worden sein. Wie NDR 1 Niedersachsen berichtet, behauptet dies ihre Tochter. Sie soll ihre Mutter nach der Corona-bedingten Besuchspause in einem ungepflegten Zustand vorgefunden haben. Die Frau lebe mittlerweile in einem anderen Heim. Doch der Fall beschäftigt weiterhin auch die Politik in Oldenburg.

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Jährliche Kontrollen vorerst ausgesetzt

Dem Bericht zufolge wird der Zustand der Patienten grundsätzlich durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) verantwortet und durch jährliche Kontrollen überprüft. Wegen der Corona-Pandemie seien die Kontrollen vorerst bis September ausgesetzt. Der MDK habe versichert, dass akuten Fällen aber immer nachgegangen werden, wenn sich Angehörige meldeten. Unabhängige Patientenschützer kritisieren das Vorgehen: Sie fänden es irritierend, dass, obwohl es zahlreiche Lockerungen gebe, die Pflegeheime weiterhin nicht regelmäßig kontrolliert werden.

Stadt: Heim hätte schneller reagieren müssen

Die Stadt Oldenburg betonte, den jetzt öffentlich gewordenen Fall nicht kleinreden zu wollen. Es solle Gespräche mit der Heimleitung geben. Laut Stadtsprecher soll sich der Gesundheitszustand der Bewohnerin während des Besuchsverbots verschlechtert haben. In dieser Zeit sei sie stärker dement geworden, wodurch hygienische Probleme entstanden seien. Nach Ansicht der Stadt hätte das Heim in diesem Fall schneller reagieren und die Angehörigen eher informieren müssen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 19.08.2020 | 17:00 Uhr

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