Stand: 13.07.2020 14:04 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Nordholz bekommt Regionales Versorgungszentrum

Im Landkreis Cuxhaven soll bis 2022 eines der ersten sogenannten Regionalen Versorgungszentren entstehen. (Themenbild)

In Nordholz (Landkreis Cuxhaven) ist heute der Startschuss für eines der ersten Regionalen Versorgungszentren (RVZ) in Niedersachsen gefallen. Am Vormittag übergab Europa- und Regionalministerin Birgit Honé (SPD) den Förderbescheid an Landrat Kai-Uwe Bielefeld (parteilos). Dafür investiert das Land in Nordholz 105.000 Euro. Für das Modellprojekt wurden zudem die Landkreise Wesermarsch und Göttingen ausgesucht, wo der Standort allerdings noch nicht feststeht. Hier droht in nächster Zeit am ehesten eine Unterversorgung mit Hausärzten. Das Land stellt für das Projekt insgesamt 3,7 Millionen Euro zur Verfügung. Nach derzeitigem Stand sollen die Zentren 2022 öffnen.

Komplette Versorgung in einem Gebäude

Mit dem neuen Modell will Niedersachsen das Leben auf dem Land attraktiver machen. Geplant sind regionale Zentren, in denen vorrangig die medizinische Versorgung der Gegend sichergestellt wird. Arbeiten sollen hier Ärztinnen und Ärzte, die bei der Kommune angestellt sind. Zusätzlich werden in die Gebäude aber je nach regionalem Bedarf auch Tagespflegeeinrichtungen, Physiotherapie- oder Hebammenpraxen, Bürgerbüros, Sanitätshäuser oder Cafés einziehen. Bei Erfolg könnten nach Vorstellung des Ministeriums weitere Regionale Versorgungszentren in anderen ländlichen Gebieten folgen.

Kürzere Wege für Dorfbewohner

Das Modellprojekt dient auch dazu, lange Wege zu vermeiden, heißt es im Konzeptpapier des Ministeriums für Regionale Entwicklung. Die Zentren sollen selbst für alte Menschen in abgelegenen Dörfern mit Bussen oder mit Ruf- und Sammeltaxen gut erreichbar sein. Bisher müssen sie oftmals für verschiedene Beratungs- und Versorgungsangebote an unterschiedliche Orte fahren. "Für den einen Bedarf muss ich sonst vielleicht zehn Kilometer in die eine Richtung und für den anderen 15 Kilometer in die entgegengesetzte Richtung fahren", sagte eine Sprecherin.

Städte- und Gemeindebund ist skeptisch

Der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund begrüßt die Idee grundsätzlich, kritisiert aber die kommunale Trägerschaft, da den Kommunen die finanziellen, fachlichen und personellen Kapazitäten fehlten. "Sollten sich private Betreiber nicht finden, ist die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen aufgrund ihres Sicherstellungsauftrages gehalten, von der gesetzlich eingeräumten Möglichkeit Gebrauch zu machen, Eigeneinrichtungen zu gründen", sagte Geschäftsführer Oliver Kamlage. 

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