Puten stehen in einem Aufzuchtbetrieb. © picture alliance/ZB/Bernd Settnik Foto: Bernd Settnik

Niedersachsens Geflügelwirtschaft warnt vor Höfesterben

Stand: 28.09.2021 21:28 Uhr

Die niedersächsische Geflügelwirtschaft schlägt Alarm. Sie warnt, wie die Schweine-Landwirte, vor einem anhaltenden Höfesterben.

Am Dienstag haben sich die Mitglieder des Verbandes in Dötlingen (Landkreis Oldenburg) getroffen und die Lage analysiert. Fazit: Die Branche steckt in einer Krise. Legehennenhalter und Hähnchenmäster kämen gerade noch über die Runden. Corona habe aber vor allem bei den 350 niedersächsischen Putenmästern mit ihren rund sechs Millionen Tieren den Preis ruiniert, hieß es. Denn das Fleisch der Puten gehe vorwiegend in die Gastronomie - und die war lange Zeit dicht während der Pandemie. Zudem dränge Fleisch aus Polen, den USA und Südamerika auf den deutschen Markt.

Futtermittelpreis steigt, Verkaufspreis nicht

Hinzu kämen gestiegen Futtermittelpreise. Die Landwirte sprachen von einer Erhöhung von bis zu 30 Prozent. Der Verkaufspreis an den Handel hingegen sei nicht gestiegen. Ein Landwirt sagte gegenüber dem NDR in Niedersachsen, dass er mit jedem Tier vier Euro Verlust mache. Vielerorts hätten Bauern ihre Betriebe schon aufgegeben, hieß es von Teilnehmern der Versammlung.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 28.09.2021 | 15:00 Uhr

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