Ein Wolf steht im Wald. © picture alliance Foto: Patrick Pleul

Nach Wolfsabschuss bei Löningen: Peta erstattet Anzeige

Stand: 25.02.2021 11:56 Uhr

Nach dem Tötung einer Wölfin am 11. Februar bei Löningen (Landkreis Cloppenburg) hat Peta die Verantwortlichen angezeigt. Laut der Tierrechteorganisation hätte das Tier nicht entnommen werden dürfen.

Die zuvor vom Land erteilte Ausnahmegenehmigung habe sich nur auf ein männliches Tier des Herzlaker Wolfsrudels bezogen, teilte ein Sprecherin am Donnerstag mit. Die Fähe sei daher ohne Erlaubnis getötet worden. Dem Schützen sei zudem sofort die Jagderlaubnis zu entziehen, da er offenbar nicht in der Lage sei, eine Fähe von einem Rüden zu unterscheiden, forderte Peta.

Peta kritisiert wirtschaftliche Interessen

Das Herzlaker Rudel, zu dem das getötete Tier gehörte, hatte nach Angaben des niedersächsischen Umweltministeriums rund 500 Schafe gerissen. Der "Freundeskreis wildlebender Wölfe" bezweifelt diese Zahl allerdings. Peta kritisiert Wolfsabschüsse grundsätzlich, weil dadurch ausschließlich die wirtschaftlichen Interessen der Schafhalter geschützt würden. "Wölfe sollen nach dem Willen der niedersächsischen Landesregierung sterben, damit Schäfer keine finanziellen Einbußen haben", sagte der Leiter der Rechts- und Wissenschaftsabteilung bei Peta, Edmund Haferbeck. "Das ist ein höchst unethisches Motiv."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional | 25.02.2021 | 15:00 Uhr

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