Stand: 05.01.2020 17:40 Uhr

Möglicher Schweinepest-Ausbruch besorgt Bauern

Ein Schweinepest-Virus in mikroskopischer Vergrößerung. © dpa Foto: Stefan Sauer
Das Schweinepest-Virus ist für Menschen ungefährlich. Für die Tiere allerdings endet die Krankheit meist tödlich. (Archiv)

Die Schweinehalter in Niedersachsen sorgen sich um einen möglichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest. Seit Ende 2019 Fälle in Westpolen bekannt wurden, sind die Landwirte hierzulande in Alarmbereitschaft. Thomas Gardewin aus Molbergen (Landkreis Cloppenburg) beispielsweise hat einen Zaun rund um seinen Schweinemast-Betrieb errichtet. Denn der liegt direkt an einem Wald, in dem viele Wildschweine leben, die die Krankheit übertragen könnten. Zudem kontrolliert Gardewin mehrmals täglich seine rund 3.000 Tiere, immer wenn er ihren Stall betritt, wechselt er die Kleidung.

VIDEO: Landwirte rüsten sich gegen Schweinepest (3 Min)

Furcht vor finanziellen Einbußen und Leerstand

Denn wenn in einem Betrieb die Krankheit ausbricht, führt das zu hohen finanziellen Einbußen - und monatelangem Stillstand. "Ein mobiles Einsatzkommando würde die Tiere vor Ort töten und den Stall komplett räumen", erzählt Gardewin. Er selbst müsste den Stall dann auf eigene Kosten reinigen, desinfizieren und sechs bis zwölf Monate lang leer stehen lassen. Für den Fall der Fälle lege er deshalb täglich Geld zurück - versuche aber auch, nicht allzu viel darüber nachzudenken: "Wir tun unser Bestes und hoffen, dass dieser Fall nicht eintritt", sagt der Landwirt.

Schutzzäune und Vorsorge-Gesellschaft gefordert

Niedersachsens Landvolk-Präsident Albert Schulte to Brinke und der Vorsitzende der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands, Heinrich Dierkes hatten bereits im Dezember gefordert, alle von Schweinepest betroffenen Gebiete konsequent einzuzäunen. Erfahrungen aus Belgien und Tschechien hätten gezeigt, dass die Ausbreitung der Krankheit unter Wildschweinen mithilfe von Schutzzäunen wirksam verhindert werden könne, schrieben beide in einer gemeinsamen Mitteilung. Sie forderten außerdem in Niedersachsen die Gründung einer Wildtierseuchen-Vorsorge-Gesellschaft nach nordrhein-westfälischem Vorbild.

 

Für Menschen nicht gefährlich

Die für Menschen ungefährliche Afrikanische Schweinepest ist für Tiere hochansteckend und meist tödlich. Sollte sie im Wildschweinbestand in Deutschland ausbrechen, würde der Schweinefleischhandel mit Nicht-EU-Ländern sofort ausgesetzt. Außerdem stiege die Gefahr, dass die Krankheit auch in Hausschwein-Bestände eingeschleppt wird.

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 05.01.2020 | 19:30 Uhr

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