Eine Luftaufnahme zeigt die Meyer Werft in Papenburg. © picture alliance / dpa Foto: Tobias Bruns

Meyer Werft testet alle Mitarbeitenden mehrmals pro Woche

Stand: 29.03.2021 15:38 Uhr

Statt einer Betriebspause wird bei der Papenburger Meyer Werft ab dieser Woche die Zahl der Corona-Tests deutlich erhöht. Außerdem arbeiten in den kommenden 14 Tagen weniger Beschäftigte.

Wie ein Werftsprecher am Montag gegenüber NDR.de sagte, sollen alle Mitarbeitenden ab sofort zwei- bis dreimal pro Woche einen Schnelltest machen. Dazu wurde ein Testzentrum auf dem Werftgelände eingerichtet. Ergebnisse liegen nach Angaben des Sprechers noch nicht vor. Zusätzlich wird der Kreuzfahrtschiffbauer nun für zwei Wochen die Auslastung reduzieren, sodass weniger Beschäftigte auf der Werft arbeiten. Darauf hat sich die Meyer Werft in Gesprächen mit dem Landkreis Emsland und dem örtlichen Gesundheitsamt geeinigt.

Betriebsrat kritisiert die Kehrtwende

Eine generelle Betriebspause zum Infektionsschutz, von der zunächst die Rede war, sei daher nicht notwendig, hieß es vonseiten der Werft. Der Betriebsratsvorsitzende Nico Bloem kritisierte im Gespräch mit dem NDR in Niedersachsen die Kehrtwende. Angesichts des hohen Infektionsgeschehens in Papenburg könne der Betriebsrat die Entscheidung "absolut nicht nachvollziehen." Aus Sicht des Gremiums wäre die Schließzeit richtig gewesen - sowohl für die Belegschaft als auch für die Region, um das Infektionsgeschehen einigermaßen zu kontrollieren.

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"Sechs bis zehn Personen in einer Wohnung"

Wie viele Beschäftigte genau im Einsatz sein werden, sagte die Werft dem NDR in Niedersachsen nicht. Der Betriebsrat geht davon aus, dass die Hälfte der Belegschaft arbeiten wird und zusätzlich Beschäftigte von Subunternehmen. Letzteres bereitet Bloem mit Blick auf den Infektionsschutz besonders Sorgen: "Da leben teilweise sechs bis zehn Personen in einer Wohnung zusammen." Dies verdeutliche noch einmal, dass die Bedingungen bei den Werkvertragsbeschäftigten nicht akzeptabel seien.

Landrat: Engmaschiges Testsystem ist entscheidend

Emslands Landrat Marc-André Burgdorf (CDU) sagte, dass es im Landkreis und vor allem in Papenburg ein "dynamisches, diffuses Infektionsgeschehen" gebe, das auch die Werft und angeschlossene Firmen betreffe. Aus diesem Grund sei es richtig, die Zahl der Mitarbeitenden auf dem Werftgelände weiter zu reduzieren. "Entscheidend ist jedoch ein noch engmaschigeres Testsystem, das die Werft kurzfristig aufbauen wird." Wegen der hohen Infektionszahlen gilt in Papenburg seit dem 20. März eine nächtliche Ausgangsbeschränkung.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 28.03.2021 | 08:00 Uhr

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