Stand: 27.11.2017 19:16 Uhr

Kühe verwahrlost? PETA-Vorwürfe gegen Landwirt

Die Tierrechtsorgansation PETA erhebt schwere Vorwürfe gegen einen Milchviehhalter aus Papenburg (Landkreis Emsland). Der Mann lasse seit Monaten seine Kühe verwahrlosen, das zuständige Veterinäramt schreite nicht ein, hieß es. Die Organisation hat Strafanzeige erstattet. Das hatte auch der für den Hof zuständige Landkreis bereits getan - der Landwirt ist inzwischen zu einer Geldstrafe von 1.100 Euro verurteilt worden.

Missstände laut PETA noch aktuell

Dennoch kritisiert PETA den Landkreis. Sie hat Bilder von toten und abgemagerten Rindern veröffentlicht. Auch wenn die Fotos alte Aufnahmen seien - die Missstände auf dem Hof seien immer noch aktuell, sagt PETA-Rechtsexperte Edmund Haferbeck. "Wir werfen dem Veterinäramt des Emslandes vor, hier wiederum die ganze Problematik verharmlosen zu wollen", sagte er. PETA fordert ein Tierhalteverbot.

Landkreis wehrt sich gegen Anschuldigungen

Der Landkreis weist die Vorwürfe zurück. Es seien zwar Anfang des Jahres drei Tiere verendet. Dafür sei der Landwirt verurteilt worden. Bei weiteren Kontrollen seien aber bislang keine Verstöße festgestellt worden, so Dezernent Marc-André Burgdorf. "Selbstverständlich wurde weiterhin kontrolliert", sagt er. "Und es sind nach diesen Vorfällen Anfang des Jahres keinerlei Hinweise auf weitere Tierrechtsverstöße bei uns eingegangen."

Milchkontor überdenkt Lieferstopp

Dennoch könnten die Vorwürfe von PETA Konsequenzen für den Bauern haben. Das Deutsche Milchkontor, an das der Landwirt seine Milch liefert, hat vorerst einen Lieferstopp veranlasst. Zustände wie in diesem Einzelfall seien untragbar und würden vom Unternehmen nicht toleriert, sagte ein Sprecher zunächst. Inzwischen hat das Unternehmen aber signalsiert, dass die Milch der 46 Kühe doch wieder angenommen werden könnte. Man habe beim zuständigen Amtsgericht in Papenburg Akteneinsicht beantragen lassen, um sich selbst einen Überblick über die Sach- und Rechtslage zu verschaffen, hieß es. Auf dieser Basis solle über das weitere Vorgehen entscheiden werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 27.11.2017 | 17:00 Uhr

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