Das Container Terminal des JadeWeserPort. © JadeWeserPort-Marketing GmbH & Co. KG

JWP: Wilhelmshavener Hafenwirtschaft kontert Bremer Drohung

Stand: 04.12.2020 18:04 Uhr

Die Wilhelmshavener Hafenwirtschaftsvereinigung (WHV) hat mit Kritik auf Äußerungen aus Bremen reagiert, die Partnerschaft beim JadeWeserPort kritisch prüfen zu wollen.

Das Engagement Bremens beim Tiefwasserhafen als ein Millionengrab zu bezeichnen, sei völlig verfehlt, betonte John Niemann, Präsident der WHV, in einer Stellungnahme am Freitag. Weder in Hamburg noch in Bremen könnten die heutigen Containerschiffe mit großer Ladekapazität voll beladen abgefertigt werden. Der JadeWeserPort sei auf Wunsch und mit Unterstützung Bremens als Ergänzung zu den Eurogate Anlagen in Bremerhaven und Hamburg gebaut worden, erinnerte Niemann.

Bremen droht mit Ausstieg - wegen der Kosten

Der Häfenausschuss der Bremer Bürgerschaft hatte gefordert, dass der Stadtstaat einen Ausstieg aus dem JadeWeserPort prüfen solle, nachdem der Senat zwei Millionen Euro für die Instandhaltung freigegeben hatte. Das berichtet NDR 1 Niedersachsen. Sollten die Kosten wie angekündigt weiter steigen, stehe zur Diskussion, ob man die Zusammenarbeit mit Niedersachsen beim JadeWeserPort beende, hieß es im Häfenausschuss. Beide Länder hatten den Tiefwasserhafen gemeinsam gebaut und seit der Eröffnung im Jahr 2012 gehört er ihnen auch gemeinsam. Doch von Beginn an blieb der einzige deutsche Tiefwasserhafen weit hinter den Erwartungen zurück. Die Umschlagszahlen sind zu niedrig und der Hafen macht Defizite in Millionenhöhe.

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Althusmann glaubt nicht an einen Ausstieg Bremens

Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) geht allerdings nach den "Jahren der guten Zusammenarbeit in der Realisierungsgesellschaft" davon aus, dass "Bremen nach wie vor ein hohes Interesse daran hat, dass der JadeWeserPort zu einem Erfolg geführt wird". Schließlich habe man nicht umsonst gemeinsam mehr als eine Milliarde Euro investiert, so Althusmann.

Häfensenatorin kündigt Kosten-Nutzen-Bericht an

Auch Bremens Senatorin für Wissenschaft und Häfen, Claudia Schilling, warnte vor einem Schnellschuss. Sie kündigte für Mitte kommenden Jahres einen Bericht darüber an, wie hoch Kosten und Nutzen des JadeWeserPorts für Bremen sind. Als Grund für die jetzt fälligen unerwarteten Ausgaben nannte Schilling höhere Kosten für Baggerarbeiten im JadeWeserPort. Bislang ist die Realisierungsgesellschaft für die Instandhaltungskosten aufgekommen. Einem Bericht des "Weserkuriers" zufolge sind deren Rücklagen aber bis zum Ende des Jahres ausgeschöpft. 

Vorwurf: Geld fehlt für bremische Stadthäfen

Bis 2024 müssen die Anteilseigner Niedersachsen und Bremen 22 Millionen Euro für den JadeWeserPort zuschießen. Dagegen regt sich in Bremen Widerstand in Politik und bei den Hafenbetreibern. Bremens Anteil am Tiefwasserhafen erweise sich immer mehr als Millionengrab, kritisierte der Präsidiumssprecher der Bremischen Hafenvertretung, Christoph Bruns. Bremen finanziere seine eigene Konkurrenz. Zudem, so der Vorwurf, fehlten die Gelder für Projekte der übrigen bremischen Stadthäfen.

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NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 04.12.2020 | 15:30 Uhr

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