Stand: 25.04.2020 14:15 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Inseln wollen Touristen schrittweise zurückholen

Der Tourismusverband Niedersachsen hat einen Drei-Stufen-Plan ausgearbeitet, nach dem Touristen die Ostfriesischen Inseln und die Nordseeküste wieder besuchen könnten. (Themenbild)

Es war Ende März, als die letzten Touristen die Ostfriesischen Inseln verlassen mussten. Seitdem sind die Insulaner wegen der Corona-Pandemie weitgehend unter sich. Bis zum 6. Mai ist die Verordnung des Landes noch gültig, die es Touristen verbietet, die Inseln zu betreten und an der Küste Urlaub zu machen. Nach dem verpassten Saisonstart und einem Monat ohne Besucher werden die Insulaner zunehmend unruhig. Die Angst vor dem Virus wird von der Angst um die eigene Existenz überlagert. Der Tourismusverband Niedersachsen hat eine schrittweise Lockerung ins Gespräch gebracht, womit er an der Nordseeküste auf Zustimmung stößt.

"Tourismusgebiete brauchen Perspektive"

Noch vor gut einem Monat hatte Frieslands Landrat Sven Ambrosy (SPD) eindringlich an Touristen auf Wangerooge appelliert: "Jetzt ist Schluss mit lustig. Reisen Sie ab!" Heute spricht Ambrosy, der auch Vorsitzender des Tourismusverbands ist, von einem Dilemma: "Was nützt es mir, wenn wir in eineinhalb Jahren erfolgreich das Virus bekämpft haben, aber ich habe hier nichts mehr an Strukturen, auf die ich bauen kann?" Die wirtschaftliche Lage sei dramatisch und die Menschen in den Tourismusgebieten bräuchten eine Perspektive.

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Wiederöffnung in drei Stufen

Ambrosys Idee ist ein Drei-Stufen-Plan für die Inseln und das Festland: Zunächst sollen demnach Zweitwohnungsbesitzer, Dauercamper und Urlauber in Ferienwohnungen, die mindestens eine Woche bleiben, wieder kommen dürfen. Bei ihnen könne man den Personenkreis im Infektionsfall nachvollziehen. Als zweite Stufe sei auch die Öffnung der Hotels mit Abstands- und Hygienevorschriften denkbar. Auch Gastronomie-Betriebe könnten unter strengen Auflagen wieder öffnen, so Ambrosy. Erst zum Schluss soll auch Tagestouristen ein Besuch an der Küste erlaubt werden.

Infektionshubschrauber für die Inseln

"Ob eine Stufe überhaupt in Kraft tritt, in welcher Dauer und Intensität, ist von der medizinisch verantwortbaren Lage abhängig", sagte Ambrosy. Derzeit gibt es auf den sieben Ostfriesischen Inseln nach Angaben der Landkreise keinen bestätigten Corona-Fall. "Es hat sich einiges getan in den letzten Wochen", sagte Spiekeroogs Bürgermeister Matthias Piszczan (CDU). So stehe nun eigens für die Inseln ein Infektionshubschrauber bereit. Auf die Akutversorgung sei man nun besser vorbereitet, so Piszczan.

Strenge Kontaktverbote und Hygienevorschriften

"Man darf und soll nicht denken, dass die Inseln virusfrei bleiben", sagte Langeoogs Bürgermeisterin, Heike Horn (parteilos). Auch sie hält eine schrittweise Rückkehr zum Tourismus für den richtigen Weg. Ebenso Frank Ulrichs (parteilos), Bürgermeister von Norderney. Die Lockerungen müssten durch Kontaktverbote und Hygienevorschriften flankiert werden, so Ulrichs. Norderney lebe zu 100 Prozent von Touristen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 17.04.2020 | 13:00 Uhr

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