Polizeihauptkommissar Cliff Sprenger spricht auf einem Parkplatz an der Autobahn A1 mit einem LKW-Fahrer. © dpa-Bildfunk Foto:  Carmen Jaspersen

Handy am Steuer: Weniger Fälle in 2020 - wegen Corona

Stand: 20.01.2021 08:00 Uhr

Die Polizeidirektion Oldenburg hat im vergangengen Jahr 725 Regelverstöße im Zusammenhang mit dem Projekt "Ablenkung im Führerhaus“ auf den Autobahnen verzeichnet.

Die Verstöße gingen meist von Lkw-Fahrern aus, so eine Sprecherin. In genau 548 Fällen, etwa 75 Prozent der Gesamtzahl der registrierten Verstöße, sei dies so gewesen. Das Projekt ist im Jahr 2019 gestartet. Beamte sind in Zivilfahrzeugen auf den Autobahnen 1, 27, 28 und 29 unterwegs. Auf dem Dach des Autos ist eine Kamera installiert, die Fahrer am Steuer aufnimmt.

Kein Vergleich zu 2019

Ein direkter Vergleich der Werte zu den Ergebnissen aus 2019 sei aufgrund der Corona-Pandemie aber nicht möglich, hieß es von der Polizei, da viele Beamte die Einhaltung der geltenden Regeln überwachen mussten. "Die sinkenden Zahlen können aus diesem Grund nicht als genereller Abwärtstrend gewertet werden." Besonders häufig sei bei den Kontrollen die Nutzung von Smartphones während der Fahrt aufgefallen - durch die Fahrer, wohlgemerkt. "Es gibt Fälle, in denen Fahrerinnen und Fahrer ihren Blick sogar über mehrere Minuten auf ihr Smartphone richten", sagte Oldenburgs Polizeipräsident Johann Kühme,

YouTube-Video und Immobilienverträge während der Fahrt

Ein Lastwagenfahrer fiel durch Schlangenlinien auf. Er gab an, dass er sich nach dem Kauf eines Hauses mit dem Kaufvertrag des Notars beschäftigt habe. Um den Inhalt zu verstehen, habe er diesen während der Fahrt sehr genau gelesen. - In einem weiteren Fall schaute ein Lkw-Fahrer während der Fahrt ein YouTube-Video. Beim Überholen des Lasters sahen die Polizeibeamten, wie der Fahrer sein Smartphone waagerecht in der Hand hielt, um das Video besser anschauen zu können.

Bußgelder und ein Punkt in Flensburg

In beinahe allen Fällen wurden nach Angaben der Polizei Bußgelder in Höhe von 100 Euro zuzüglich von 25 Euro Verwaltungsgebühr erhoben. Bei Fahrern, die keinen festen Wohnsitz in Deutschland haben, wurden Sicherheitsleistungen in Höhe von 125 Euro direkt vor Ort einbehalten. "Bei allen Verstößen kommt neben dem Bußgeld zudem ein Punkt im Verkehrszentralregister hinzu", hieß es.

Die Verkehrskontrollen mit Videotechnik sollen im Jahr 2021 im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Oldenburg fortgesetzt werden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 20.01.2021 | 08:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus der Region

In Bad Nenndorf weist ein Brunnen mit Figuren von Badenden am Kurpark auf das Kurbad hin © picture alliance/dpa Foto: Holger Hollemann

Lockerungen gefordert: Heilbäder wollen zu Ostern öffnen

Angesichts der Vielzahl von Corona-Erkrankten werden die Bäder und Kurorte laut ihrem Verbandssprecher gebraucht. mehr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen