Stand: 07.08.2018 19:00 Uhr

Geköpfte Rotkehlchen: Kritik an Oldenburger Uni

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Im Durchschnitt werden an der Uni Oldenburg 28 Rotkehlchen im Jahr getötet.

Ärzte haben eine Online-Petition gegen Tierversuche an der Uni Oldenburg gestartet. Der Verein "Ärzte gegen Tierversuche" wirft den Oldenburger Forschern vor, auf dem Campus Rotkehlchen zu fangen, um sie Experimenten auszusetzen. In einem Versuch sollen offenbar 40 Rotkehlchen geköpft worden sein, um ihre Netzhäute in den Augen untersuchen zu können. In einem anderen Versuch mussten 92 dieser Vögel demnach leiden. Die Uni weist die Vorwürfe laut NDR 1 Niedersachsen zurück.

Tiere wurden Magnetfeldern ausgesetzt

Dem Verein zufolge werden die Vögel gefangen, in Kästen gesetzt und ihr Flugverhalten anhand von Kratzspuren an den Wänden untersucht. Anschließend würden sie starken Magnetfeldern ausgesetzt, um ihren Orientierungssinn zu stören. Diese Praxis gebe es bereits seit 14 Jahren. Die Erkenntnisse haben die "Ärzte gegen Tierversuche" aus Publikationen der Oldenburger Wissenschaftler. "Das ist reine Neugierforschung - interessant, aber nicht lebensnotwendig", sagte Corina Gericke, die stellvertretende Vorsitzende des Vereins.

Uni: Versuche von Behörden genehmigt

Die Arbeitsgruppe Neurosensorik im Fachbereich Biologie der Uni Oldenburg wehrt sich gegen die Vorwürfe: Jeder Versuch sei von den Behörden genehmigt, außerdem würden so wenig Tiere wie möglich getötet, so die Uni weiter. Durchschnittlich seien es 28 im Jahr. In der Regel werden den Forschern zufolge freilebende Rotkehlchen nicht älter als ein Jahr. An der Uni würden sie sogar länger leben, heißt es in einer Stellungnahme des Instituts.

Rotkehlchen-Versuche zum Schutz von Wildvögeln?

Das Forschungsprojekt habe bislang wichtige Erkenntnisse vor allem auch für den Wildvogelschutz geliefert. So könnten die an Rotkehlchen gewonnenen Erkenntnisse genutzt werden, um bedrohte Zugvogelarten zu schützen. Außerdem müsse jeder Katzenbesitzer damit rechnen, dass sein Tier allein pro Jahr bis zu 50 Wildvögel tötet, sagte Henrik Mouritsen, Professor an der Uni Oldenburg.

Die Online-Petition gegen das Projekt haben seit Montag 1.800 Menschen unterstützt.


07.08.2018 18:40 Uhr

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, die Versuche seien seit mindestens 17 Jahren durchgeführt worden. Diese Angabe war falsch und ist inzwischen korrigiert worden. Tatsächlich ist 2004, also vor 14 Jahren, das erste Mal ein derartiger Versuch unternommen worden.

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 07.08.2018 | 17:00 Uhr

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