VIDEO: Vogelgrippe: Tote Tiere "fallen vom Himmel" (3 Min)

Geflügelpest: Hunderte tote Wildvögel im Landkreis Leer

Stand: 16.04.2021 10:08 Uhr

Die hoch ansteckende Geflügelpest breitet sich unter Wildvögeln im Landkreis Leer weiter aus. Es wurden bereits mehr als 400 verendete Tiere gefunden und eingesammelt.

Unter den toten Vögeln seien vor allem Gänse, aber auch Bussarde, Enten und Rabenvögel, teilte der Landkreis mit. Um die Kadaver zu entsorgen sind in den Gemeinden Jemgum, Bunde, Moormerland und Weener nun Container aufgestellt worden.

Vogelgrippe: Etliche Kadaver gefunden

Eine Häufung der Funde gibt es nach Angaben des Landkreises bereits seit November. Nach Ostern wurden mehrere Kadaver bei der ehemaligen Bohrinsel Dyksterhusen im Rheiderland angespült - vermutlich aufgrund des kräftigen Windes. Vor einer Woche waren allein an einem Tag rund 150 tote Tiere gefunden worden. Das Rheiderland wird von vielen Wildvögeln als Rast- und Durchzugsgebiet genutzt - die Wildvogeldichte ist entsprechend hoch.

Positive Proben bereits in 29 Kommunen

Nach Angaben des niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) in Oldenburg ist die Vogelgrippe mittlerweile bei Wildvögeln in 29 der 45 Landkreise und kreisfreien Städte im Land festgestellt worden. Von November bis Mitte April wurden demnach 1.060 Proben von Wildvögeln auf die Geflügelpest untersucht, davon fielen 120 positiv aus. Einen Überblick über das gesamte Ausmaß der Virusverbreitung bei Wildvögeln geben diese Zahlen jedoch nicht, da nicht alle toten Tiere auf die Erreger untersucht werden.

Aufstallpflicht soll Ausbreitung verhindern

Angesichts der Kadaverfunde an Ems und Dollart appellierte der Landkreis Leer erneut an Geflügelhalter, die angeordnete Aufstallpflicht einzuhalten. So soll eine weitere Verbreitung der Geflügelpest verhindert werden. Zudem kündigte die Kreisverwaltung Kontrollen und bei Verstößen Bußgelder an. In den vergangenen Monaten war es in etlichen Geflügel-Mastbetrieben - vor allem im Landkreis Cloppenburg - zu Ausbrüchen gekommen. Mehr als eine Million Tiere mussten getötet werden.

Uelzen hebt Stallpflicht wieder auf

Der Landkreis Uelzen geht einen anderen Weg und hebt die Stallpflicht für Geflügel trotz der sich ausbreitenden Vogelgrippe ab Sonntag wieder auf. Es seien im Kreisgebiet bislang keine toten Wildvögel mit dem Vogelgrippe-Erreger nachgewiesen worden, außerdem sei zum Wochenende der Vogelzug abgeschlossen, teilte das Veterinäramt des Landkreises mit. Die Behörde rief die Geflügelhalter aber dazu auf, wachsam zu bleiben. Bei Auffälligkeiten wie erhöhter Sterblichkeit oder geringerer Legeleistung müsse weiterhin unverzüglich der Tierarzt konsultiert werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 16.04.2021 | 06:30 Uhr

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