Stand: 21.02.2019 21:09 Uhr

Frachter-Havarie: Bergung der Container angelaufen

Insgesamt hatte die "MSC Zoe" 342 Container in stürmischer See verloren.

Rund sieben Wochen nach der Havarie des Containerschiffs "MSC Zoe" in der Nordsee ist am Donnerstag die Bergung der bisher in deutschen Gewässern georteten Container und Ladungsteile angelaufen. Zum Auftakt haben das Spezialschiff "Atlantic Tonjer" sowie ein Ortungsschiff des niederländischen Bergungsunternehmens Seazip viele Trümmerteile gefunden und geborgen, wie ein Sprecher des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) in Emden sagte.

45 Container in der Außenems

Das Suchgebiet liegt in der Außenems. 45 mögliche Container und 345 Ladungsteile würden dort vermutet, sagte Helmut Olthoff, nautischer Leiter des WSA Emden. Die "MSC Zoe" hatte am 2. Januar in stürmischer See vor der Insel Borkum nach jetzigem Stand 342 Container verloren.

Beschädigte Container erschweren Bergung

Die Bergung sei eine mühselige Aufgabe, sagte Olthoff. Zunächst müssten Unterwasserroboter genau identifizieren, ob die per Sonar bereits erfassten Gegenstände wirklich die gesuchten Container sind. Die bisher entdeckten Behälter seien zudem alle beschädigt gewesen. In einem solchen Fall kann es sein, dass noch vorhandene Fracht und Teile des kaputten Containers einzeln aus dem Wasser geholt werden müssen. Dafür ist das Spezialschiff "Atlantic Tonjer" mit einem guten Dutzend Seeleuten vor Ort.

Gefahrgut-Container noch nicht gefunden

Die zwei Container mit giftigen Chemikalien wurden bisher nicht entdeckt. Nach Angaben des Havariekommandos werden sie nach einem Strömungsmodell auf niederländischer Seite vermutet. Sollten sie dennoch vor Borkum lokalisiert werden, müssen sie laut Olthoff möglicherweise von Tauchern geborgen werden, damit nicht noch weitere Säcke kaputtgehen und Gift ins Meer gelangt.

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Einsatz wird wohl Monate dauern

Nach Angaben des Havariekommandos ist der größte Teil der verloren gegangenen Ladung im niederländischen Bereich geortet worden. Nur 14 Prozent lägen in deutschen Gewässern, so Schmidt. In den Niederlanden seien bereits 1.000 Tonnen Container- und Ladungsteile geborgen worden. Die Experten hoffen, dass möglichst alle restlichen Container nordwestlich vor Borkum liegen. Dort wurde eine größere Menge Gegenstände im Wasser geortet. In jedem Fall werde der Einsatz wohl mehrere Monate dauern, sagte Olthoff. Wie lange genau, hänge auch davon ab, wann es unverhältnismäßig werde, weiter nach kleinen Einzelteilen zu suchen. Immerhin: In den kommenden Tagen soll das Wetter ruhig bleiben, so dass auch am Wochenende die Arbeiten weitergehen können.

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Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 21.02.2019 | 18:00 Uhr

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