Stand: 09.12.2018 10:55 Uhr

Feuerschiff "Amrumbank": Reparatur verzögert sich

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Reparatur dringend notwendig: Seit 1987 liegt die "Amrumbank/Deutsche Bucht" im Emder Hafen.

Es ist ein aufregendes Jahr gewesen für den Museumsverein Feuerschiff. Niedersachsens Landesregierung gewährte den Emdern 2,2 Millionen Euro finanzielle Unterstützung. Vom Bund kommt dieselbe Summe. 4,4 Millionen Euro also zum Erhalt des 103 Jahre alten Feuerschiffs "Amrumbank/Deutsche Bucht". Eigentlich sollte das Schiff zum Ende dieses Jahres bereits in einer Werft zur aufwendigen Reparatur liegen, doch an Schrauben und Schweißen ist bislang noch nicht zu denken. "Es ist eine Mammutaufgabe geworden", sagt Heinz-Günter Buß, Vorsitzender des Vereins.

Reparatur dauert sechs Monate

Derzeit würden alle Arbeiten notiert, die erledigt werden müssen, um die mittlerweile rund 150 entdeckten Mängel zu beseitigen. Das dauere länger als erwartet, sagt Buß. "Da muss alles stimmen, wir wollen das schließlich richtig machen." Dieses Leistungsverzeichnis gehe dann an einen schiffbaulichen Prüfer, anschließend werde der Auftrag ausgeschrieben. Ist dann eine Werft gefunden, beginnt die Arbeit dort wohl im September 2019. Und statt der vier ursprünglich geplanten soll es nun sechs Monate dauern.

Schäden: Kabel ins Nirgendwo

Bei der Untersuchung des Schiffes habe sich zuletzt so manche Überraschung ergeben, sagt Buß, der die Arbeit der vielen Ehrenamtlichen lobt. Gerade in Sachen Elektrik stießen die Helfer immer wieder auf Leitungen, die ins Nirgendwo führten. Bevor das Schiff in die Werft geht, "müssen Zigtausende bewegliche Teile untersucht und in Containern verstaut werden", so Buß. Viel Arbeit liegt vor den neun Arbeitsgruppen aus ganz Deutschland. Anfang des nächsten Jahres will der Verein noch einmal die Tüchtigkeit der "Amrumbank" auf dem Wasser testen und weitere etwaige Mängel notieren.

Unterwegs für Wellen und Wetter

Seit seinem Stapellauf im Jahr 1915 in der Papenburger Meyer Werft hat das Schiff viele Seemeilen hinter sich gebracht. Jahrzehntelang warnte es als "fahrender Leuchtturm" bei Wind und Wetter vor Gefahren und setzte Wetterdaten und Informationen über Wellenhöhen ans Festland ab. Bis 1939 war es vor der Westküste Schleswig-Holsteins unterwegs, später westlich von Amrum. Diese Position wurde nach dem Zweiten Weltkrieg aufgegeben. Fortan wurde die "Amrumbank" an wechselnden Orten in der deutschen Küstenregion eingesetzt. Im Jahr 1969 bekam das Feuerschiff seine endgültige Lackierung, als es an der Position "Deutsche Bucht" bei Helgoland vor Anker ging. Seit 1983 ist es außer Dienst und in den Händen des Vereins.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 08.12.2018 | 08:00 Uhr

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