Stand: 08.06.2020 12:24 Uhr

Energiekonzern testet schwimmende Windräder

Auf einem Baggersee im Geestland wird die schwimmende Windkraftanlage "Nezzy 2" getestet. © EnBW/aerodyn/dpa Foto: Jan Oelker
Die schwimmende Windkraftanlage auf dem Baggersee in Geestland ist mit zwei Rotoren ausgestattet.

Auf einem Baggersee in Geestland (Landkreis Cuxhaven) testen der Energiekonzern EnBW und der schleswig-holsteinische Windenergie-Anlagenhersteller Aerodyn Engineering ein Modell für schwimmende Windräder. Bei dem Forschungsprojekt handelt es sich um eine neue Offshore-Technologie, bei der die Windkraftanlagen auf dem Wasser schwimmen, anstatt wie bisher fest auf Stahlgestellen im Meeresgrund verankert zu sein. Letzteres ist allerdings nur bei einer Wassertiefe von maximal 50 Metern möglich. Die neuen Windkraftanlagen können dagegen in einer Tiefe von bis zu 100 Metern errichtet werden.

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Anlagen können im Hafen gebaut werden

"Mit der neuen Technologie kommen Länder und Meeresflächen mit großen Wassertiefen in Frage und erweitern so die Möglichkeiten der regenerativen Energiegewinnung", sagte Hannah König, Leiterin Wind- und Maritime Technik bei EnBW. Das schwimmende Fundament ist nur über Leinen und Anker mit dem Boden verbunden. Dadurch, dass die Anlagen im Hafen errichtet werden können und anschließend zu ihrem Standort im Meer gebracht werden, ließen sich zudem Kosten reduzieren, so König. Schwimm-Windräder gibt es unter anderem bereits vor Schottland und Spanien. Weltweit arbeiten Unternehmen und Forschungseinrichtungen an der Entwicklung derartiger Anlagen. Bei künftigen Projekten will auch EnBW eigenen Angaben zufolge die schwimmenden Anlagen einsetzen - Frankreich sei dafür ein interessanter Markt.

Nächste Testphase in der Ostsee

Die Modellanlage auf dem Baggersee in Geestland ist mit zwei Rotoren ausgestattet und 18 Meter hoch. Im späteren Regelbetrieb auf dem Meer sollen die Windräder eine Höhe von 180 Metern aufweisen. EnBW und Aerodyn Engineering wollen die Anlagen bereits im Sommer in der Ostsee und vor der Küste Chinas testen. Bereits im Jahr 2018 hatte Aerodyn Engineering ein schwimmendes Vorgängermodell mit einer Windturbine im Meer vor Japan erprobt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 08.06.2020 | 13:30 Uhr

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