Stand: 09.11.2018 17:02 Uhr

Discounter boykottieren Oldenburger Schlachthof

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Weil hier Rinder brutal gequält worden sein sollen, kündigen immer mehr Händler die Zusammenarbeit mit dem Schlachtbetrieb GK Oldenburg.

Nach dem Verdacht auf Tierquälerei in dem Schlachthof GK Oldenburg haben weitere Kunden angekündigt, kein Fleisch mehr von dem Betrieb zu kaufen. Lidl teilte nun mit: Alle Lieferanten des Discounters hätten versichert, nicht mehr mit der Standard-Fleisch GmbH & Co. zusammenzuarbeiten, zu der der Schlachthof gehört. Lidl distanziere sich zudem von den Praktiken des Schlachtbetriebs. Zuvor hatten bereits die Bünting Gruppe und das Unternehmen Frosta ihre Aufträge gestoppt.

Aldi-Süd will nicht mehr bei GK Oldenburg kaufen

Auch Aldi Süd reagierte: "Wir haben unsere Lieferanten umgehend aufgefordert, keine weiteren Waren mehr von dem genannten Betrieb zu beziehen", teilte eine Sprecherin mit. Dem Verein Deutsches Tierschutzbüro zufolge haben weitere Firmen die Zusammenarbeit mit dem Schlachthof beendet. Die Unternehmen hätten sich entsetzt über die Zustände gezeigt, sagte der Vorstandsvorsitzende Jan Peifer.

Rinder bei Bewusstsein getötet

Der Verein hatte Videos gezeigt, die mit versteckter Kamera in dem Schlachthof aufgenommen worden sein sollen. Die Bilder zeigen, wie Rinder nicht fachgerecht betäubt und bei Bewusstsein getötet werden. Die Tierschützer haben Strafanzeige gegen den Betrieb gestellt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Der Schlachthof bestätigte die Vorwürfe im Grundsatz: "Wir zweifeln weder die Authentizität der Bilder an, noch möchten wir die Vorfälle kleinreden", hatte das Unternehmen kurz nach Bekanntwerden der Videos mitgeteilt. Das Deutsche Tierschutzbüro fordert die Schließung des Betriebs.

Kameraüberwachung gefordert

Nach Bekanntwerden der Vorwürfe hatte Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) gefordert, Schlachthöfe mit Kameras überwachen zu lassen. Zuspruch bekam Otte-Kinast aus der Bundespolitik und auch vom Verband der Fleischindustrie.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 08.11.2018 | 06:30 Uhr

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